Angeschaut: Das ist der Veeam Agent für Microsoft Windows 2.0 (Beta)

Veeam war über Jahre hauptsächlich auf virtuellen Umgebungen zuhause und für VMware- oder Hyper-V-Anwender war das Produkt seit jeher erschreckend gut unterwegs. Mittlerweile folgten das kostenlose Endpoint Backup für Windows und der Veeam Agent für Linux, die auch auf lokalen Rechnern und Workstations eine Sicherung im Veeam-Stil ermöglichten. Der Vorteil dabei: Auch die Integration in vorhandene, zentrale Veeam-Sicherungsdepots (“Repositories”) war damit möglich und rundete den Allgemein-Eindruck einer Backup-Lösung für alle Umgebungen treffend ab. Nun wandelt sich das Endpoint Backup und die erste Beta-Version des Veeam Agents für Windows 2.0 ist verfügbar.

Der alte Name ist verschwunden, der Einsatzzweck bleibt der gleiche: Veeam hat hier die (End-) Punkte des Netzwerkes ausserhalb des gewohnten virtuellen Terrains im Blick. Das können in der vorliegenden Beta-Version PCs ab Windows 7 mit Servicepack 1, Windows 8.x und 10 auch Server ab Windows Server 2008 R2 (SP1) bis hin zum aktuellen Server 2016 sein. Als Sicherungsziel können nach wie vor lokale Laufwerke (eher nicht zu empfehlen), externe Speichergeräte wie USB-Festplatten etc., SMB/CIFS-Freigaben (beispielsweise von NAS-Laufwerken) oder Veeam Backup-Repositories ab Backup & Replication 9.5 SP1 respektive Cloud Connect 9.5 SP1 dienen. Letzteres Sicherungsziel ist neu und dank der Unterstützung für WAN-Anbindungen mit hoher Latenz kann das Backup nun auch in die Cloud erfolgen, was ein weiterer Sicherheitsaspekt für das Auslagern der Sicherungen darstellt.

Als begeisterter Veeam-User sowohl im geschäftlichen Kunden- als auch privaten Bereich habe ich mich dann einmal daran gemacht, diese Beta des neuen Agenten für Windows zu testen und die Unterschiede zwischen den Editionen darzustellen. Nach wie vor gibt es eine kostenlose Variante, für mehr Features und auch Support darf man jetzt aber auch den ein oder anderen Euro investieren. Während bereits die kostenlose Variante den Windows Server 2016 unterstützt, bringt die Workstation-Edition bereits 24/7/365-Support, Backup-Cache für mobile Nutzer und Cloud-Anbindung und die bisher fehlende Option für ausserplanmäßige Voll-Backups mit sich. Auch die Remote API-Schnittstelle für die entfernte Verwaltung des Endpoints ist erst bei der Workstation-Variante dabei. Die Server-Edition geht dann noch einen Schritt weiter, hier kommt dann die Unterstützung für das App-basierte Sichern und die zentrale Einrichtung von Backup-Jobs auf Serverseite hinzu.

Die Installation ging dabei wie gewohnt rasch vonstatten – große Auswahlmöglichkeiten nach dem Abnicken der Lizenzvereinbarung hat man nach wie vor nicht: Relativ rasch ist der Agent installiert:

Nach der Erstinstallation besteht wie gewohnt die Möglichkeit, direkt ein Sicherungsmedium anzugeben und/oder ein systemspezifisches Rettungsmedium zu erstellen. Letzteres kann eine ISO-Datei, eine CD-/DVD oder auch ein bootfähiger USB-Stick sein, die man entweder irgendwo deponiert und/oder dem Anwender in die Hand drückt. Erwähnen tue ich das speziell, da die Erstellung der Medien ein wenig länger dauert als bei Mitbewerberprodukten. Am Ende kommt dabei aber keine generelle Rescue-CD heraus, sondern ein für den jeweiligen Arbeitsplatz individuelles und auf die entsprechende Hardware angepaßtes Rettungsmedium.

Ist auch dieser Schritt übersprungen, können wir das Hauptprogramm de facto das erste Mal öffnen und – sofern gewünscht und vorhanden – eine Lizenzdatei installieren oder aber weiterhin in der kostenlosen Version agieren:

Ein Blick auf die generellen Einstellungen des Programms offenbart: Hier hat sich nicht so viel geändert, man beschränkt sich auch hier nach wie vor auf das Notwendigste:

Die richtigen Unterschiede zum bisher bekannten Endpoint Backup FREE treten erst eigentlich dann zu Tage, wenn es um die Erstellung eines Backup-Jobs geht. Sowohl die Backup-Ziele als auch die einzelnen Optionen unterscheiden sich nicht nur in der lizenzierten Version, sondern auch in ihren Möglichkeiten deutlich von der bisher bekannten Version 1.5, wie die folgende Galerie verdeutlicht:

Speziell die Option des “Application-aware Processing”, also die spezielle Behandlung spezieller Applikationen, die wir bisher nur aus der Veeam Backup & Replication-Suite kennen, ist hier nun mit an Bord, sofern Ihr mit der Server-Lizenz unterwegs seid: So lassen sich beispielsweise Datenbanken durch das “Einfrieren” ihres Status via VSS-Dienste anhalten und sichern, ohne dass ein aktiver Datenbankzugriff während des Backups stattfindet.

Unterstützt werden hier (Microsoft) SQL- und Oracle-Datenbanken inklusive der Möglichkeit, Logfiles abzuschneiden oder archivierte Logs zu löschen. Auch die Integration des Backups in vorhandene Sharepoint-Dienste ist nach Angabe des Administrator-Accounts der Sharepoint-Instanz ebenso möglich wie die bekannten Vorher/Nachher-Skripte in der Konfiguration des Backup-Jobs selbst.

Habt Ihr Euch durch alle Optionen durchgearbeitet, bleibt am Ende der Job-Konfiguration nur wie gewohnt die Planung, auf die Ihr wie folgt Einfluß nehmen könnt:

Damit sind an sich alle grundlegenden Aufgaben abgeschlossen und nach wie vor hat man hier – unabhängig von der Lizenz – schnell ein Backup seiner gewünschten Umgebung konfiguriert. Wie auch von der bisherigen Endpoint Backup FREE gewohnt, gelingen die Backups ebenso schnell und verläßlich wie die Wiederherstellung aus dem System heraus oder auf Bare Metal-Ebene. Die Möglichkeiten, bei der Backup-Konfiguration etwas falsch zu machen, sind nahezu ausgeschlossen, da die Wege links und rechts des möglichen Backups recht überschaubar sind und höchstens die Umgebung drumherum ein Stolperstein darstellen kann. Auch das “Abholen” des Endanwenders durch die Qualität der vorliegenden Beta-Software, in der ich weder Abstürze noch Fehlfunktionen feststellen konnte, ist hier wirklich positiv zu bewerten und zeigt, dass Veeam nicht umsonst auch in diesem Bereich das ein oder andere Mitbewerberprodukt hinter sich gelassen hat.

Fazit: Veeam hat das ehemalige Endpoint Backup für Windows sinnvoll in die neue Lebensphase respektive den nächsten Produktzyklus begleitet. Dabei setzte man auf Bewährtes, aber auch sinnvollen Mehrwert für Unternehmenskunden, so dass Veeam auch weiterhin eine Brücke für nicht-virtuelle Umgebungen schlägt. Privatleute sollten mit der kostenlosen Variante wunderbar zufrieden sein, Geschäftskunden können – je nach Anforderung – zwischen zwei den kostenpflichtigen Varianten wählen und dabei entsprechenden Mehrwert erhalten. Dabei setzt man in Sachen Backup-Medien nicht nur auf die bekannten Wechselmedien, Netzwerkfreigaben oder bestehende Veeam-Repositories, sondern nun auch unweigerlich auf die Cloud, was noch im ersten Quartal 2017 das ein oder andere Geschäftsfeld mehr eröffnen dürfte!

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