Synology Cloud 2

Ausprobiert: Sicherung von Synology-Daten mit dem C2 Backup

Vor kurzem hatte ich noch über die Beta-Phase von Synology C2 berichtet: Der eigene Cloud-Backup-Dienst meines favorisierten NAS-Herstellers aus Taiwan konnte vorab getestet werden und ist mittlerweile nun frei verfügbar. Sinn und Zweck ist es, die Daten, die auf dem heimischen oder dienstlichen Synology-NAS liegen, in Summe noch einmal zu sichern und auch recht einfach wiederherstellen zu können. Ansätze hierfür gibt es bereits durch klassische Synchronisierungs-Aktivitäten, C2 Backup bringt aber eben auch Enterprise-Backup-Funktionalität auf jede NAS und das bei Datenhaltung auf deutschem Boden. Grund genug also, sich die Lösung einmal live anzuschauen!

Das Tor zur Sicherung der eigenen NAS ist die bekannte “Hyper Backup”-App: Wer bisher schon einmal zwei Synology-NAS synchronisiert oder ein Backup Richtung Azure, Dropbox & Co. initiiert hat, kennt Hyper Backup bereits. Alle anderen können das Paket problemlos über das Paket-Zentrum auf ihr NAS installieren – verfügbar ist Hyper Backup dank des Synology Disk Station Managers (DSM) für alle NAS-Geräte des Herstellers.

Synology C2 Install HyperBackup

Nach dem Start von Hyper Backup könnt Ihr einen neuen Sicherungs-Job ablegen. Ab dem DSM 6.0 oder höher besteht die Möglichkeit, als Sicherungsziel Synology C2 anzugeben. Der Dienst hat mittlerweile die Beta-Phase verlassen, aktuell steht dort also nur noch “Synology C2”:

Synology C2 HyperBackup-Assistent

Nun gilt es, erstmalig Euer Synology-NAS über Euer Synology-Konto zu authentifzieren, was an dieser Stelle als Basis für das gewünschte Backup auch passieren sollte – vorher kann das eigentliche Backup samt Job nicht erstellt werden:

Synology C2 HyperBackup Cloud verbinden

Nach der erfolgten Anmeldung mit eventueller Registration – solltet Ihr noch kein Synology-Konto besessen haben – bekommt Ihr anschliessend die Speicherübersicht Eures Cloud-Backups präsentiert. Zudem kann und muss jetzt die Autorisierung der eigenen Hyper Backup-App in RIchtung C2-Cloud gewährt werden, damit das NAS selbstverständlich das Backup dorthin ausführen kann.

Synology C2 HyperBackup Cloud verbunden

Ist dies nun erfolgt, kann problemlos der Sicherungs-Job an sich erstellt werden, da nun ja die Authentifizierung erfolgt ist. Wir geben unser neuen Datensicherungs-Aufgabe also einen sinnigen Namen – die Verknüpfung mit einer vorhandenen Aufgabe ist generell natürlich auch möglich, existiert hier aber nicht:

Synology C2 HyperBackup Neuer Task

Ist dies geschehen, geht es nun an die Auswahl der gewünschten Freigaben Eurer NAS, die Ihr in die Cloud sichern wollt:

Synology C2 HyperBackup Task Auswahl Freigaben

Das Schöne ist, es können nicht nur Eure kompletten Freigaben, sondern auch die einzelnen installierten Applikationen gesichert werden:

Synology C2 HyperBackup App-Backup

Sobald das geschehen ist und Ihr diesen Dialog mit dem obligatorischen Klick auf “Weiter” verlassen habt, besucht Ihr nachfolgend die Sicherungsoptionen: Hier können wir unter anderem die NAS-internen Benachrichtigungen, die Konfigurationssicherung oder eben die Client-seitige Verschlüsselung aktiviert werden. Auch die Uhrzeit der jeweiligen Sicherung und die Prüfung ihrer Integrität kann selbstverständlich von Euch angepaßt werden.

Letzterer Punkt ist nicht uninteressant, möchte man doch nicht erst bei der Wiederherstellung merken, dass die Backups nicht konsistent und somit unbrauchbar sind.

Synology C2 HyperBackup Scheduler

Auch die Client-seitige Verschlüsselung – ein Feature, mit dem Synology nicht ohne Grund wirbt – solltet Ihr an dieser Stelle aktivieren: Mithilfe der militärtauglichen Verschlüsselungs-Technologien AES-256 und RSA-2048 werden die Daten auch während des Speicherns oder der Übertragung vor unerlaubten Zugriffen geschützt.

Wichtig ist es, hier zu erwähnen, dass ohne den Euch bekannten privaten Schlüssel, den Ihr festlegt und auch als Zertfikat herunterladen könnt, alle auf Synology C2 gespeicherten wichtigen Daten von niemandem entschlüsselt werden können, nicht einmal vom Hersteller selbst. Die Verschlüsselung sollte also trotz dem deutschen Rechenzentrum (aktuell in Frankfurt) obligatorisch sein, wollt Ihr in Sachen Backup nicht in einer Einbahnstraße landen!

Synology C2 HyperBackup Erstes Backup

Nach erfolgten Einstellungen haben wir nun die Wahl, ob das Erst-Backup direkt gestartet werden soll. Je nach Tages- oder Nachtzeit macht das auch Sinn. In meinem Fall habe ich die Initialsicherung starten lassen und habe der Sache dann ihren Lauf gelassen.

Synology C2 HyperBackup Datensicherung läuft

Ist die Erstsicherung durchgeführt, können wir über den Datensicherungs-Explorer der heimischen NAS auf unsere Backups und deren Versionierung zugreifen. Ein direktes Wiederherstellen zum Quellort ist ebenso möglich wie der Download der gewünschten Dateien, um sie gegebenenfalls auch an einen anderen Speicherort zu verlegen. Das Ganze klappt äußerst intuitiv – ein Jeder, der schon einmal ein Backup bedient hat, wird sich spätestens am Zeitstrahl orientieren und seine Daten zurücksichern können!

Synology C2 HyperBackup Übersicht Backup-Inhalte

Das Webinterface des C2 Backups offenbart uns im Übrigen Informationen über den verwendeten  Speicher, das jeweilige Rechenzentrum und bietet auch die Möglichkeit, einen entsprechenden Plan zu buchen.

Synology C2 HyperBackup Übersicht Backup-Übersicht

Nach der 30-tägigen Testphase gibt es nun die Möglichkeit, entsprechende Sicherungspläne mit 100 GB, 300 GB oder einem Terabyte zu buchen. Hier enthalten sind tägliche Sicherungen, die AES-256-Datenverschlüsselung, die Dateiversionierung und die Möglichkeit der weltweiten Wiederherstellung über jeden Browser. Die ersten beiden Pläne mit 100 GB für 9,99 EUR pro Jahr zuzüglich Mehrwertsteuer beziehungsweise 24,99 EUR plus Mehrwertsteuer (300 GB) könnt Ihr aktuell nur jährlich bezahlen.

Synology C2 HyperBackup Übersicht Backup-Plan (Monat)

Der dritte Plan mit 1 TB kostet jährlich 59,99 EUR plus anfallende Mehrwertsteuer, kann aber auch für 5,99 EUR monatlich plus unserer obligatorischen 19 Prozent gebucht werden. Damit sind die drei Storage-Pläne, die man als Privatnutzer durchaus monetär vertreten kann, soweit schon einmal abgehakt und fungieren bei Synology unter dem “Plan I”-Titel.

Synology C2 HyperBackup Übersicht Backup-Plan (Jahr)Wer dann noch mehr möchte, kann in Plan 2 entsprechend skalieren, stündliche Sicherungen fahren und die Vorzüge einer täglichen Deduplizierung genießen. Ab 6,99 EUR pro Monat oder 69,99 EUR pro Terabyte, Jahr und Mehrwertsteuer ist man hier dabei – speziell im Firmenumfeld ebenfalls nicht zwingend ein Deal-Breaker, sind einem die eigenen Daten lieb und teuer. Die aktuelle buchbare Grenze liegt hier bei 10 Terabyte.

Was bleibt also am Ende für ein Eindruck? Auf der einen Seite hat man einen neuen Dienst, den man monatlich oder jährlich bezahlen darf. Synology-Freunde- und Nutzer von groß bis klein bekommen – unabhängig vom jeweiligen NAS-Modell – allerdings eine sichere out-of-the-box Datensicherung Ihrer Daten. Die Sicherung selbst funktioniert wie die Konfiguration ohne Aufwand: Man merkt, dass Synology hier den Nutzer abholen und sozusagen mit “Bordmitteln” ein fertiges Sicherungs- und Sicherheitskonzept schaffen wollte.

Eben das ist perfekt gelungen: End-to-End-Verschlüsselung mit Absicherung durch einen privaten Schlüssel samt Zertifikat, ein Rechenzentrum auf deutschem Boden (Verfechter der drohenden DS-GVO wird es freuen) und eine ortsunabhängige Wiederherstellung der Dateien runden das Ganze zu einem – in meinen Augen – sehr ordentlichen Preis-/Leistungskonzept ab. Wer also bisher sein Hyper Backup der Synology nutzt, um Daten Richtung Google Drive, Dropbox & Co. zu sichern, sollte sich das C2 Backup samt der enthaltenen Versionierung einmal anschauen.

Nutzer, die alles auf Ihr NAS packen – von Datensicherung bis diverse Archive und Bilder – sammeln bereits alles wunderbar an einer Stelle. Der letzte Schritt aber – im schlimmsten Fall der Datenverlust durch Festplattendefekte oder Elementarschäden – ist aber seltenst ein Teil der Überlegung. Genau diese Lücke wird durch das C2 Backup lückenlos von Synology geschlossen, ohne dass man Hardware vor Ort und den Cloud-Dienst aufwändig konfigurieren muss – alles bleibt unter einem Dach und somit kann man sagen: Daumen hoch, Synology – mich habt Ihr mit dem Konzept eingefangen!

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