Dell XPS 13 LED Akku

Das neue Dell XPS 13 (9370): Neu ist nicht immer besser

Das neue XPS 13: Kleinerer Akku und spiegelnder Display sind keine Verbesserungen für das bisher ausgezeichnete Ultrabook. Dafür ist es schnell, innovativ und gut sortiert.

Seit sechs Jahren entwickelt Dell die XPS-Reihe weiter und hat mit dem Modell 9370 eine weitere Version veröffentlicht, die im Alltag aber nicht unbedingt besser ist als seine Vorgänger. Wem das XPS 15 (unser Test) zu groß ist, wird das XPS 13 wohl schon ins Auge gefaßt haben: Das Gehäuse des XPS 13 (9370) fällt zwar kleiner aus, doch rechnet man die Füße mit, so ergibt sich fast die gleiche Dicke, die bereits der Vorgänger an den Tag legte.

Auffällig ist, dass jedoch in der neuen Version alle gängigen Anschlüsse wie USB 3.0 wegfallen. Dafür etabliert sich der USB C-Anschluss endlich und offenbar final und ist gleich drei Mal vorhanden. Das äußert sich durch zwei Thunderbolt 3-Anschlüsse und einem USB-C 3.1-Port mit Power Delivery und Display Port-Unterstützung. Die zwei Thunderbolt 3-Anschlüsse hängen allerdings aber leider gemeinsam an vier PCIe-Gen3-Lanes, was bedeutet, dass die Ports nur dann volle Leistung liefern, wenn nur einer von beiden in Benutzung ist.

Dell XPS 13 (9370)

Auch der fehlende USB 2/3-Port der Kategorie “A” tritt speziell dann in den Vordergrund, wenn man gerne mit einer klassischen Kabelmaus arbeiten möchte: Hier muss immer ein passender Adapter dabei sein, damit man auch am Schreibtisch ohne Touchpad arbeiten kann.

Dell XPS 13 (9370) - unten

Freundlicherweise – und nicht selbstverständlich – liefert Dell den direkt mit, so bleibt Freunden von kabelgebundenen Eingabegeräten die Verwendung eines separaten Hubs erspart, wenngleich auch eben nur ein USB-Gerät mit dem A-Anschluss Platz an dem Adapter findet. Aber Daumen hoch – andere Hersteller lassen sich so etwas extra bezahlen!

Dell XPS 13 9370 USB-C-Adapter

LEDs zur Akkuanzeige und Anschlussmöglichkeiten für ein Noble-Schloss sowie 3,5-mm-Klinke bleiben aber erhalten und sind sinnig positioniert. Auch beim ersten Aufklappen des kleinen Ultrabooks gibt es erfreuliche Nachrichten: Ein Fingerabdrucksensor ergänzt den Powerknopf und die Kamera ist ein klarer Fortschritt zum Vorgänger. Leider fällt aber sofort das klare, aber leider spiegelnde Display auf – Arbeiten im Freien kann damit somit sehr schwierig werden, eine “matte” Option hätte hier Wunder gewirkt!

Dell XPS 13 (9370) - Seite

Der Fingerabdrucksensor lässt sich mit der neuen Windows Hello-Funktion kombinieren und soll dem Nutzer das Anmelden noch leichter machen. Die Kamera hat eine Auflösung von maximal 720p, ist aber leider unpraktisch positioniert – an die Perspektive muss man(n) sich eben erst einmal gewöhnen. Technisch bietet sie ein Standbild von 0,92 Megapixel, die Videoaufzeichnungen gelingen mit 30 fps.

Das Herzstück

In unserem Modell ist ein Prozessor des Typs Intel Core i7-8550U verbaut, der mit einem leistungsstärkeren Kühlsystem auch zeigen kann, was er wirklich drauf hat. So sorgen die zwei Heatpipes und die zwei Lüfter mit dem größeren Radiator für eine bessere Kühlung als die sonst verbauten Wärmerohre mit Propeller. Durch die erhöhte Kühlleistung wirkt der verbaute i7 sehr flott und zeigt eine ausgezeichnete Performance bei vielen Anwendungen.

Hier zeigt sich aber leider eine weitere Schwäche: Unter Volllast müssen die zwei verbauten Lüfter viel arbeiten, um die Temperatur möglichst gering zu halten. Das sorgt für teilweise unangenehme Geräusche und kann beim Arbeitsfluss stören.

Dell hat hier jedoch vorgesorgt und bietet mit dem mitgelieferten Power Manager unterschiedliche Profile an, die man für unterschiedliche Arbeitszwecke verwenden kann. So bleiben wir im Modus “Ruhig” von störenden Geräuschen verschont, büßen aber auch Systemleistung ein – wie man es eben gerade braucht!

Dell XPS 13 9370 CPUZ

Des Weiteren hat Dell dem XPS einen Speicherausbau von 8 bis zu 16 GB gegönnt. In Sachen Massenspeicher wurde das Ultrabook mit einer austauschbaren M.2 SSD ausgestattet, die gewohnt zügig ist, jedoch schreibend nur 550 Megabyte pro Sekunde liefert. Hier besteht die schlußendlich die Vermutung, dass Dell aus thermischen Gründen hier etwas gedrosselt hat, denn bei dem Form Faktor des XPS 13 (9370) bleiben nicht viele Stellschrauben übrig, an denen man drehen kann.

Der Ethernet-Anschluss ist bei der Größe des Notebooks nicht verbaut, kommt aber mit einer Killer 1435-Karte daher. Diese Kombination bietet klassisches WLAN nach den Standards 802.11a/b/g/n/ac, Bluetooth 4.2 und bringt Miracast-Unterstützung mit sich.

Langläufer oder Energieverschwender?

Bei meinem Test ist mir aufgefallen, dass das XPS 13, welches sonst so eine lange Akkulaufzeit hatte, mit der Version 9370 nicht mehr zu den Besten unter den Langläufern gehört. Dell verspricht zwar noch immer 19:46 Stunden, liegt damit aber unter den bekannten 22:21 Stunden des XPS 13 (9360). Das sind jetzt erst einmal klassische Fakten, die natürlich von der reellen Benutzung des Gerätes abhängen und je nach Eurem Einsatzzweck variieren können und werden.

Dell XPS 13 (9370) - oben

Im UEFI-BIOS haben wir wie gewohnt die Möglichkeit, den Ladezyklus anzupassen. So kann man beispielsweise einstellen, ob man im reinen Netzbetrieb (der 45 Watt USB Typ-C-Adapter liegt im handlichen Format bei) arbeiten möchte oder auch angeben, mit wie viel Leistung geladen werden soll. Wer sein Netzteil gerne zuhause vergißt, kann sich natürlich auch anderer Adapter bedienen, da der USB Thunderbolt 3- respektive USB C-Anschluss mittlerweile Einzug in die heimischen Gefilde gehalten hat – zumindest größtenteils!

So kann – wenn auch seitens des Herstellers nicht zwingend empfohlen – das Notebook beispielsweise auch mit dem leistungsschwächeren Nintendo Switch-Charger geladen werden. Dell warnt aber hier beim Hochfahren mehrmals, dass ein leistungsschwächeres Netzteil in Benutzung ist und das Gerät sich trotz dessen natürlich entladen kann.

Ergonomie

Zurück zum spiegelnden Blick: Wie zuvor schon gesagt, spiegelt das Display bei sehr heller Umgebung und erschwert dabei leider das Arbeiten. Bei diesem Test musste ich mich mehrmals umsetzen, um die passende Position zu finden. Sitzt man aber einmal richtig, glänzt das Full HD-Display und zeigt ein der Größe entsprechendes, gestochen scharfes Bild. Je nach Konfiguration kommt neben der Full HD-Option auch noch ein QHD-Display mit Touch-Funktion hinzu.

Auch die gewohnt bequeme Tastatur leidet nicht unter der Größe des Ultrabooks und so konnte dieser Test bequem in den verschiedenstens Sitzpositionen geschrieben werden. Alle Tasten waren gewohnt gut erreichbar und fühlten sich durchweg angenehm an – die Haptik paßte!

Dell XPS 13 (9370) - Tastatur

Fazit

Das neue XPS 13 ist kompakt, bequem und vielseitig einsetzbar. Es ist schnell und bietet mit den drei USB-C Buchsen, über die das Ultrabook geladen werden kann, eine schöne Vielseitigkeit. Das Netzteil überzeugt, die Kamera sitzt mittig, wenn auch unten und die Tastatur ist für Vielschreiber optimiert worden.

Leider ist das spiegelnde Display ein großes Manko: Es ist weder heller noch kontrastreicher als das XPS 13 aus dem letzten Jahr. Auch die geringere Akkulaufzeit fällt hier auf und ein Käufer sollte vielleicht doch überlegen, ob er nicht noch an ein XPS 13 (9360) kommt, welches einen matten Bildschirm, eine längere Akkulaufzeit und noch den alten USB-A verbaut hat. Wem das egal ist und wer gerne die neueste Hardware besitzen möchte, wird trotz der kleinen Einschränkungen Gefallen an dem aktuellen Modell finden.

Übrigens: Das berühmt-berüchtigte Spulenfiepen konnten wir an unserem Testgerät nicht feststellen!

Dell XPS 13 (9370) - Tastatur 2

Ich für meinen Teil bin daher trotz der kleinen “Nicklichkeiten” mit der neuen Version des XPS 13 zufrieden und sehe es in vielen Dingen als geeignet für den alltäglichen Gebrauch an!

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