Fehlende Meta-Daten: Was tun, wenn Acronis die Backups nicht erkennen möchte

Acronis-LogoAuch wenn ich aktuell eher mit Veeam unterwegs bin, habe ich über die Jahre viel mit Acronis zu tun gehabt und Kunden, die (noch) nicht gänzlich virtuell sind, haben die Lösung oft noch im Einsatz. Wenn sie läuft, läuft sie und das auch verläßlich, wie ein paar Restores in der jüngeren Vergangenheit gezeigt haben. Was aber, wenn Acronis Eure Backups, die nachweislich da sind und auch per Windows-Explorer zu durchsuchen sind, nicht mehr erkennen mag? Hier die Lösung!

Der Fall selbst sorgt erst einmal für lange Gesichter und – im Falle eines gesicherten DATEV-Servers – für reges Entsetzen: Trotz täglicher Backups samt E-Mail-Benachrichtigung (jeweils alles erfolgreich) konnte in einem vorliegenden Fall das Backup nicht zurückgespielt werden, da Acronis die Backups schlichtweg nicht erkannte. Der Fehler trat bei den Einzelplatz- bzw. Server-Versionen von Acronis Backup & Recovery 11, 11.5 und 11.7 (die “größere” Edition speichert die Katalogdaten ja in einer Datenbank) auf und zeigte uns an, dass unser jeweiliges Depot keine Backups enthalten würde:

Acronis_Backup_keine_Backups

Eine Prüfung des Depots (hier auf einem Network Attached Storage) ergab: Die Backups waren alle da, auffällig war nur das Fehlen der .XML-Dateien, die als Metadaten ja quasi das Inventar der jeweiligen Backups darstellen. Wieso und weshalb die in diesem Fall nicht mehr vorhanden war, darf als ungelöstes Geheimnis bezeichnet werden, sind die täglichen Backups doch ohne Murren erfolgt.

Acronis_Backup_Backup_Ordner

Es gibt hier viele Lösungansätze, speziell in auf den KB-Seiten von Acronis selbst. Einer davon war, das Backup-Depot noch einmal zu validieren, was immer toll klappte, den Kern der Sache aber nicht traf, denn: Das brachte aber leider gar nichts und ist eine Sache, wo Acronis über die Jahre meiner Meinung nach ziemlich nachgelassen hat: Entweder die Lösung liegt sofort und nachvollziehbar auf der Hand, oder man wühlt sich durch zig KB-Artikel und Forenbeiträge, schrammt aber immer an der Lösung vorbei. Wie gesagt, das ist vielleicht off-topic und absolut subjektiv gesehen, hört man aber auch bei dem ein oder anderen Kollegen so oder so ähnlich in Gesprächen auch heraus. Egal.

Über die Lösung selbst bin ich eher zufällig gestolpert, denn nach zehn Jahren mit Acronis und auch der ein oder anderen Schulung tappte ich selbst schwitzend relativ im Dunkeln, wohl wissend, dass hier ein DATEV-Server gerne wieder zum Leben erweckt werden möchte: Erstellt “einfach” einen neuen Recovery-Job und wählt das Depot beziehungsweise das Verzeichnis aus, in dem die nicht lesbaren Backups liegen:

Acronis_Backup_Restore_1

Acronis wird nach wie vor keine Backups anzeigen – der bekannte Fehler eben. Klickt Ihr aber jetzt noch einmal auf “Aktualisieren”, werden wie von Geisterhand die Meta-Daten im Depot wieder neu erstellt und die Liste der vorhandenen Backups – wie gewünscht und gewohnt – ordentlich wieder angezeigt:

Acronis_Backup_Restore_2

Ein Blick auf das NAS zeigt an: Die XML-Katalogdateien sind in der Tat wieder da und zwar in der Form, wie man es gewohnt ist:

Acronis_Backup_Depot_repariert

Wer an dieser Stelle ein Stoßgebet Richtung Himmel (oder wohin auch immer) schicken mag, darf das getrost tun, ist man doch im besten Fall um die Diskussion mit dem Kunden herumgekommen, warum die seinerzeit verkaufte Software ihren Dienst nicht verrichtet hat. Vorher sollte man aber dann das benötigte Backup wiederherstellen und eben die Gunst der Stunde nutzen.

Im schlimmsten Fall wären wichtige Daten, die man gezielt sichern wollte/sollte, trotz funktionierenden Backups unwiderruflich verloren respektive mit eigenen Mitteln nicht mehr wiederherzustellen gewesen. Sieht als Dienstleister wie auch als Endanwender immer blöd aus und kommt – gerade nach Einsatz einer Backup-Lösung – einem Desaster gleich. In diesem Falle sind wir mit einem gehörigen Schreck davongekommen und geben im Idealfall dem Kunden auch noch mit auf dem Weg, trotz ordentlich gelaufener Sicherungen auch mal den ein oder anderen Blick ins Depot zu werfen!

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