Huawei Mate 9: Das Beste kommt zum Schluss

Das Jahr ist fast rum und neben meinem Daily Driver aus Cupertino, der ja unlängst den Sprung auf Modellreihe 7 verpaßt bekommen hat, haben mich in diesem Jahr drei Android-Smartphones wirklich begeistern können: Das OnePlus 3, das Samsung Galaxy S7 Edge und das Huawei P9. Jedes Gerät selbst war für sich speziell, aber die richtige Punktlandung (auch im Vergleich zum Vorgänger) hat für mich Huawei mit dem P9 hingelegt. Die nahezu perfekte Größe und eine klasse Kamera machen das mittlerweile deutlich im Preis gefallene Smartphone zum “Aha!”-Erlebnis 2016. Doch wie so oft kommt das Beste bekanntlich zum Schluß und Huawei ist noch längst nicht fertig: Das Mate 9 schickt sich an, noch einen draufzulegen und schippert auch ein wenig im Kielwasser von Samsungs explosiver und ungewollter #Note7-Kampagne daher. Die Frage daher: Nutzen die Chinesen die marketingtechnische Steilvorlage oder vergleicht man hier Äpfel mit Birnen? Das soll der folgende, anfangs noch durch Software-Unzulänglichkeiten etwas gestörte Test zeigen!

Im Rahmen des Beta-Testprogramms von Huawei durfte ich das Mate 9 nun fast zwei Monate auf Herz und Nieren testen und möchte Euch natürlich daran teilhaben lassen. Wie realistisch ist die unverbindliche Preisempfehlung von 699 EUR angelegt, wie ausgereift sind Android 7.0 Nougat und Huaweis Herstelleraufsatz EMUI 5.0 bereits und stimmt das Gesamtpaket, welches Ihr als Käufer erwarten dürft? Sind 5,9″ vielleicht viel zu groß, hat Huawei von Anfang an die Benachrichtigungen im Griff, die einen beim P9 noch so geärgert haben und spielt das Mate 9 wirklich in einer Liga, die das Samsung Galaxy Note 7 vergessen machen kann?

Vorab sei gesagt: Trotz der 5,9″ Display-Diagonale sehe ich das Mate 9 weder im Dunstkreis von Apples iPhone 7 Plus noch in dem von Samsungs Galaxy Note 7: Ersteres hat fast dieselben Abmessungen, aber “nur” ein 5,5″-Display. Die Galaxy Note-Serie hatte mit ihrer Stift-Bedienung seit jeher ein Alleinstellungsmerkmal, welches das Mate 9 nicht besitzt. Also  muss man das – auch im Angesicht von iOS, was mich privat seit Jahren begleitet – und der nicht vorhandenen Stiftbedienung völlig losgelöst vom Wettbewerb betrachten. Spannend ist aber definitiv, dass man hier ein Riesendisplay – wenngleich auch “nur” mit Full HD-Auflösung – in ein Smartphone integriert, was woanders eher mit 5,5″ daherkommt: Das macht unter anderem auch der fehlende Home Button möglich. Schauen wir uns aber zunächst einmal das Mate 9 im Detail an und fokussieren uns schlichtweg auf die Fakten:

UND DAS IST DRIN: DAS INNENLEBEN DES HUAWEI MATE  9:

  • Display: 5.9″ FHD Display, 1080p (1920 x 1080) bei 373 ppi mit 16.7M Farben, Farbsättigung (NTSC) 96% und einem Kontrastwert von 1500:1 (Standard)
  • Prozessor: Huawei Kirin 960, Octa-core CPU (4 x 2.4 GHz A73+ 4 x 1.8 GHz A53) + i6 Coprozessor, Mali-G71 MP8-GPU
  • Arbeitsspeicher: 4 GB LPDDR4 RAM
  • Speicher: 64 GB, erweiterbar via Micro-SD-Karte bis zu 256 GB im SIM-Slot 2 (Dual-SIM-Funktionalität fällt dann weg)
  • Kamera: Rückseite 20 MP Monochrom +12 MP RGB, F2.2 Blende, OIS (Optische Bildstabilisierung), BSI CMOS, Dual-tone Flash, PDAF + CAF + Laser + Schärfentiefe Autofokus, 2x Hybrid Zoom, 4K Videoaufnahme. Frontkamera mit 8 MP AF und F1.9 Blende
  • Betriebssystem: Android 7.0 “Nougat” samt EMUI 5.0 (zum abschließenden Testzeitpunkt mit dem November-Sicherheitsupdate)
  • Akku: 4000 mAh Lithium-Polymer (nicht austauschbar)
  • Abmessungen: 156,9 x 78,9 x 7,9 mm, ca. 190 Gramm
  • Verbindungstechnologien: WLAN  2.4 & 5 GHz, 802.11a/b/g/n/ac mit Wi-Fi Direct-Unterstützung, Bluetooth 4.2, BLE-Unterstützung, NFC, SIM1 mit 4G TDD LTE: Band38/39/40/41(100MHz), 4G FDD LTE: Band1/2/3/4/5/7/8/9/12/17/18/19/20/26/28/29; 3G UMTS(WCDMA)/HSPA+/DC-HSDPA: Band 1/2/4/5/6/8/19, 3G TD-SCDMA: Band34/39, CDMA EV-DO Rev. A: BC0(800MHz), nur für China Telecom und 2G GSM: 850/900/1800/1900MHzSIM2 mit 3G UMTS(WCDMA): Band 1/2/4/5/6/8/19, CDMA: BC0(800MHz), nur für China Telecom, 2G GSM: 850/900/1800/1900MHz
  • Sensoren: Fingerabdrucksensor, G-Sensor, Gyroskop, Kompass, ALS, Näherungssensor, HALL, Barometer, IR
  • Farben: Space Gray / Moonlight Silver
  • Sonstiges: GPS/Glonass/Galileo/BDS, USB Typ-C, LED-Benachrichtungsanzeige, Vibrationsmotor, Dual Nano-SIM

WIE FÜHLT SICH DAS DING AN? HAPTIK UND OPTIK

Die Zeiten, in denen Android-Smartphones in recht schmucklosen Hüllen steckten, sind Gott sei Dank vorbei: Auch beim Mate 9 lässt man nicht kleckern, sondern klotzt direkt mit einem schönen viereckigen Karton, der das Objekt der Begierde samt dem reichhaltigen Zubehör sicher verwahrt. Eine Fotoserie der Auspack-Orgie spare ich mir an dieser Stelle einfach mal – ich denke, diese Zeiten sind vorbei denn natürlich zählen am Ende nur die inneren Werte. Wer aber dem Verpackungs-Fetisch frönt, wird mit der schmucken Verpackung dennoch seine Freude haben.

Und die haben es in sich, denn neben dem Mate 9 wartet Huawei mit einer sehr ordentlichen Ausstattung auf: Ladegerät, Kopfhörer, ein USB Typ-C-Kabel (was bin ich froh, dass sich dieser Standard nun endgültig durchzusetzen scheint!) und ein USB Typ-C-Adapter in Richtung Micro-USB sind an Bord – beispielhaft! Komplettiert wird das Ganze durch das gewohnte Zubehör, die Quick Start Guide, das SIM-Tool zum Auswerfen des Sim-Trays und auch ein mattes Case, welches das edle Mate 9 gegen direkte Beschädigungen schützen sollen. Soviel also erst einmal zum Lieferumfang an sich, werfen wir nun einen Blick aufs Gerät selbst.

190 Gramm bringt das Mate 9 auf die Waage und auch, wenn das erst einmal nach Wuchtbrumme klingt, sei erwähnt: Die Wertigkeit wiegt das Gewicht in Summe auf, alles ist perfekt ausbalanciert und wer ein iPhone der Plus-Serie kennt, wird das Gewicht das Mate 9 nicht als K.O.-Kriterium erachten. Ganz im Gegenteil: Mehr wäre nicht optimal, weniger Gewicht hieße aber, irgendwo anders Abstriche machen zu müssen. Aus der Sicht betrachtet, gehen die 190 Gramm absolut in Ordnung und ganz ehrlich: Mittlerweile gewöhnt man sich fast an ein Gewicht in der Größenordnung, so geht es zumindest mir.

Auf der linken Seite des Mate 9 finden wir bis auf den Dual Sim-Einschub nichts und dieser schließt auch plan mit dem Rahmen ab. Die rechte Seite beherbergt die Lautstärkewippe und den Ein-/Ausschalter, beides in mittlerweile gewohnter Qualität und auf Hochglanz getrimmt: Eine Unterscheidung der Overfläche der Buttons – etwa durch eine rauhe Oberfläche beim Ein-/Ausschalter – gibt es nicht, aufgrund der Größe sind die Einheiten aber einfach auseinanderzuhalten. Alles ist fest, nichts hat zu viel Spiel und auch der Druckpunkt paßt. Unten finden wir den Lautsprecher (zwei Gitter, wobei nur das rechte für die Soundausgabe zuständig ist, die ab 70% Lautstärke allerdings leicht ausufert) sowie den zentral platzierten USB Typ-C-Port (die Datenübertragung erfolgt auch hier leider nur über USB 2.0-Geschwindigkeit).

Die obere Seite des Gerätes enthält den IR-Blaster, mit dem Ihr im Wohnzimmer das ein oder andere Gerät bedienen dürft sowie den Kopfhöreranschluss, der bei anderen aktuellen Geräten ja Stein des Anstoßes ist: Ich bin eher Freund von kabellosen Headsets, wer aber darauf Wert legt, findet mit dem Mate 9 auf jeden Fall ein Oberklassen-Gerät, welches noch mit 3,5er Klinkenanschluss unterwegs ist.

Meine favorisierte Smartphone-Größe hatte sich so mittlerweile auf 5,2 Zoll eingependelt (der absolute Sweet Spot in Sachen Handling: Das Huawei P9 – für mich die perfekten Maße), aber ich muss zugeben: Wer ein iPhone 7 Plus gewöhnt ist, empfindet das Mate 9 quasi als Handschmeichler. Schwierig vorzustellen, aber nachdem, ich mich im Android-Segment an 5,5 Zoll-Geräte gewöhnt hatte, dort aber auch nicht immer mit dem Daumen jedes Icon erreichte, denkt man bei den 5,9 Zoll erst einmal an einen ergonomischen Totalausfall: Mitnichten!

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Sicher ist das Smartphone zwar groß, aber nicht zu groß – hier ist ja immer die Frage, wie das Gerät generell in der Hand liegt und wieviel Rahmen das Display begleitet. Um es abzukürzen: Hattet Ihr bisher ein “normales” 5,5 Zoll-Gerät, wird Euch die Größe des Mate 9 nicht stören – eben weil so wenig Platz drumherum verschwendet (es gibt keinen physischen Home-Button mehr unterhalb des Displays) und dafür mehr Platz für das Display freigeschaufelt worden ist. Auch der Gesamteindruck ist hochwertig – etwas anderes möchte man für den Einstiegs-Preis auch nicht erwarten, hier paßt auch in Sachen Wertigkeit einfach alles. Keine Spaltmaße oder Design-Fails: Auch beim Mate 9 wußte Huawei also, wie man ein toll aussehendes Smartphone aus dem Hut zaubert. Lecker!

Der Fingerabdruck-Leser, wie seit dem Honor 7 gewohnt auf der Rückseite des Gerätes prangt, ist optisch dezent eingefasst und für mich persönlich der bessere Platz, um das Gerät biometrisch zu entsperren. Der ein oder andere mag das Entsperren eher über den Home Button bevorzugen. Dieser fehlt aber im Mate 9 wie bereits erwähnt, man vermißt ihn aber auch nicht: Hebe ich das Gerät auf, wandert der Zeigefinger automatisch auf den Sensor, der – wie von Huawei- und Honor-Geräten gewohnt – blitzschnell und sicher entsperrt. Vergleiche ich das mit dem Samsung Galaxy S7 edge oder dem iPhone 7 Plus, wo der Scanner ja auch als Home-Button fungiert, ist die Genauigkeit erschreckend und kommt auch durch den ein oder anderen feuchteren Finger nicht ins Schwitzen.

In den Einstellungen sind zudem diverse Möglichkeiten hinterlegt, den Fingerabdruck-Sensor für mehr als “nur” das Entsperren zu nutzen: Der Zugriff auf Euren Tresor, die Verifizierung Eurer Huawei-ID oder auch das Aufnehmen von Fotos oder diverse Streichgestern sind problemlos möglich. Hier hat man also viel weitere Anwendungs-Szenarien für den “einfachen” Fingerabdruck-Leser in das System integriert und egal, ob ich EMUI nun mag oder nicht: Man hat sich hier Gedanken gemacht und einen echten Mehrwert ins System integriert.

EINEN BLICK RISKIERT: DAS DISPLAY

Schaut man sich die Eckdaten des Gerätes an, so sind diejenigen Meinungen vorprogrammiert, die sich entsetzt über die “nur” Full HD-Auflösung auslassen werden. Kann man machen, muss man aber nicht – denn trotz der 5,9 Zoll haben wir hier eine scharfe Darstellung und wer nun jetzt schon komplett VR-tauglich sein muss (!), macht um das Mate 9 wahrscheinlich eh einen Bogen. 373 ppi stehen zur Debatte – das geht auch schon deutlich höher, ich konnte aber auch während der ganzen Nutzungsphase niemals die berühmten sichtbaren Pixel zählen: Entweder zolle ich dem Alter Tribut und sehe sie einfach nicht mehr oder das Gebotene reicht einfach. Nicht vergessen sollte man, dass eine höhere Auflösung mit mehr zu beleuchtenden Pixeln auch mehr Energie benötigt. Also, hier muss nicht lamentiert werden, es paßt in Sachen Display alles – zudem lassen sich Symbole und Ansicht in drei Stufen skaliert darstellen, nach dem Ändern erfordert das nur einen Neustart des Mate 9.

Die Blickwinkelstabilität des IPS-Displays ist (subjektiv empfunden) sehr gut, die 5,9 Zoll sind laut Herstellerangaben durch Gorilla Glass 3 geschützt: Hier hat man im Vergleich zu Gorilla Glass 4 einen besseren Schutz vor Kratzern. Wunderbar ist auch die Helligkeit des Displays: Ich selbst bin meistens mit automatischer Helligkeit unterwegs, beim Mate 9 hätte aber eine manuelle Einstellung von 30% so ziemlich alle meine Wünsche erfüllt 50% waren für meine Augen schon zu hell. Ein wenig Hand anlegen sollte man indes an die automatische Helligkeitsregelung, die meistens, aber nicht immer sehr gut funktioniert – manchmal kam es auch mit der Firmware B126 zu dem Fall, dass hier einfach zu sehr heruntergeregelt wurde. Ein leicht zu verschmerzender und wohl auch softwareseitig abzustellender Fehler, denn in der alltäglichen Darstellung machen die natürlich gesättigten Farben diesen Fehler oft wett. Auch die Einstellung des Blauanteils im Bild – Stichwort “Nacht-Modus” – und der Farbtemperatur ist in den Einstellungen möglich und bietet die bereits von anderen Herstellern gewohnten Individualisierungsoptionen für das Display beziehungsweise das eigene Auge.

MOBILE HEIZUNG ODER VERLÄSSLICHER ENERGIESPENDER? DER AKKU

Im Zeitalter der Powerbanks oder Ladevorrichtungen, wenn man im Auto unterwegs ist, mag der ein oder andere auf eine gewisse Akkugrösse verzichten können. Für mich sind so die 3000 mAh die absolute Untergrenze, das Samsung Galaxy S7 Edge kam mit 3600 mAh daher: Die Größenordnung war auch mit meinem gewohnten Nutzungs-Szenario zu vereinbaren. Auch, wenn man es kann, möchte ich persönlich ungern überall “nur so” das Smartphone ans Stromnetz andocken: Ein Tag fängt bei mir zumindest in Sachen Wecker um 05.30 Uhr an und hört gegen 23:30 auf, dazwischen ist viel Spielraum. Eigentlich ideal für die 4000 mAh des Mate 9, doch der beste Akku bringt nichts, wenn System und Software nicht darauf abgestimmt sind. Wie es hier ausschaut? Das möchte ich mit dem  “PCMark”-Benchmark auf sozusagen digitalen Papier belegen und Euch die ein oder anderen Daten um die Ohren hauen. Diese allseits bekannte Knochenmühle bringt uns Fakten und eine genauere Übersicht in Form eines synthetischen Benchmarks. Hier sind standardmässig die folgenden und bekannten Parameter gesetzt: Manuelles Herunterregeln der Helligkeit auf 50%, Einschalten von WLAN und Bluetooth und aller Benachrichtigungen und dann: Feuer frei!

So sähe die Theorie aus, die anschließende Praxis mußte aber leider fast ausbleiben, da bei meinem Modell mit der Build-Nummer MHA-L29C432B109SP02 die Installation von diversen Benchmark-Tools – neben PCMark auch AnTuTu oder Geekbench – anfangs schlichtweg mit dem Play Store-Fehler “-501” fehlschlug.

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Ob das am bei Lieferung bereits entsperrten Bootloader oder an sonst einer sonderbaren Konstellation lag, konnte ich nicht feststellen: Sowohl das Löschen der Anwendungs- und Cache Daten vom Play Store als auch den Play Services mit Wechseln auf ein anderes Google-Konto in der Zwischenzeit brachten kein Ergebnis. Ebenso wenig half ein Werks-Reset, so dass ich schon echt grummelig die Benchmark-Flinte ins Korn werfen wollte, als dann doch plötzlich das Update B126 auf der Bildfläche erschien und neben diversen anderen Dingen auch dieses Problem ad acta legte.

Das Ergebnis, nachdem dann PC Mark dann doch vom Leder ziehen durfte: Hut ab! War der Akku vorher vollgeladen, stand am Ende des Benchmarks noch 20% Restlaufzeit und ein Work Battery Life-Wert von 9:05 Stunden zu Buche. Rechnet man das Ganze dann hoch, käme ich theoretisch (!)  somit auf die erwähnten elf Stunden und 21 Minuten. Die hohle Phrase mit “Muss-mich-über-den-Tag-bringen” greift hier also mehr als deutlich und birgt am Tagesende auch noch entsprechende Reserven: 4000 mAh sind hier also wirklich Akku-Luxus und auch die einzelnen Stromspartechniken des Systems sind auch entsprechend Euren Bedürfnissen noch weiter konfigurierbar – 1,5 bis zwei Tage – je nach Nutzung – sollten also locker drin sein!

Geht dem Gerät dann doch einmal der Saft aus, greift der Schnelllade-Mechanismus: Ein paar Minuten an der Steckdose reichen aus, um dem Mate 9 wieder Power für ein paar Stündchen zu geben: 15 Minuten bringen das Gerät bei fast vollständiger Entladung auf knappe 25 Prozent, eine halbe Stunde am Netz knackt dann auch die 50-Prozent-Marke. Dabei wird bei Nutzung des durchaus “properen” Original-Netzteils, welches Huawei mit einer Lade-Effizienz von 98% (Qualcomm QuickCarge 3.0: 90 Prozent) angibt, das Gerät nicht warm. Und wenn Ihr unterwegs doch einmal Bedarf nach mehr Laufzeit habt, dürft Ihr natürlich auch einen entsprechenden Stromspar-Modus aktivieren, der dann noch eine höhere Laufzeit aus dem Gerät herauskitzelt:

Generell gilt in Sachen Akku-Tests immer die Belehrung: Dies ist (m)ein subjektives Testszenario (diesmal leider nicht durch einen eigenen Benchmark bebildert) und meine individuelle Nutzung eines jeden Endgerätes würde sich wohl definitiv von Eurer unterscheiden. Im Alltag habe ich die Helligkeit des Gerätes normalerweise auf automatisch gestellt, WLAN und Bluetooth immer an, rufe drei E-Mail-Konten per Push ab, bin täglich in den üblichen sozialen Netzwerken- und News-Apps unterwegs und auch das ein oder andere Spiel ist mal dabei. Meißelt also nichts in Stein, denn das kann bei Euch ähnlich oder – je nach Nutzungsprofil – gänzlich anders aussehen!

LAHME ENTE ODER TASCHEN-RAKETE? DIE PERFORMANCE

Die Eckdaten oben sprechen eigentlich für sich und auch, wenn ich die Werte der HiSilicon Kirin-SoCs immer recht schwer greifen konnte – hier ist halt Qualcomm noch DIE Referenz – war die Performance immer recht ordentlich. Punktabzug gab es in der Vergangenheit oft für die Mali-Grafikeinheit, denn was der SoC gut machte, war dort eben nicht so optimal. Im normalen Handling ruckelt natürlich nichts und auch die Spiele-Knochenmühle bestehend aus Asphalt 8 & Co. bremsten den Boliden aus China nicht wirklich aus.

Das Mate 9 hat einen tollen ersten Eindruck vermittelt und nach dem fälligen und sehnlichst erwarteten aktuellen Update B126 konnte ich das Ganze für Zahlen-Freunde einmal auch über AnTuTu abbilden. Das Resultat: Geht man von den schlichten Zahlen aus, landet das Huawei Mate 9 bei 127.817 Punkten, was vor gar nicht allzu langer Zeit sehr weit oben war, hier aber nur Rang 22 bedeutet. Klingt für ein aktuelles Modell furchtbar dramatisch, ist es aber nicht. Denn: Ausnutzen tut man als Standard-Anwender die aktuellen Smartphones sowieso nicht.

Ausserdem sind in diesem Jahr sind viele Modelle hinzugekommen, die meiner Meinung nach zwar gute Spezifikationen haben, aber nicht so die gängigen Modelle darstellen, die hierzulande auf den Straßen zu sehen sind. Man kann also vergleichen, muss es aber nicht – jeder Benchmark ist halt eine grobe synthetische Momentaufnahme mit Fingerzeig in die ein oder andere Richtung.

Geekbench-Ergebnis des Huawei Mate 9

Zu keinem Zeitpunkt ging das Gerät während der Tests in die Knie oder verzögerte auffällig beim Starten von Apps. Es gab keine entsprechend hohe Wärmeentwicklung, selbst Asphalt 8 kitzelte das Mate 9 nicht so sehr, dass es allzu warm wurde und überhaupt: Auch wenn ein HiSilicon Kirin 960 kein Snapdragon-SoC jenseits der 820er-Serie ist, hat Huawei mit dem Prozessor in Riesen-Schritten aufgeholt und auch endlich die bisherige Schwäche – nämlich die Mali-Grafikeinheit – erfolgreich verbessert. In Sachen Performance und genereller Bedienung gibt es an dieser Stelle daher nichts, aber auch wirklich nichts zu meckern.

MEIN K.O.-KRITERIUM ODER DIE KRÖNUNG: DIE KAMERA

In meinen Testberichten weise ich ja häufiger darauf hin, dass bei mir der Gesamteindruck eines Smartphones mit der Kamera steht oder fällt, während mir dieser Aspekt bei Tablets eher weniger wichtig ist. Wer sich also im sterbenden Jahr 2016 in der Riege der Top-Smartphones behaupten möchte (und keinen anderen Anspruch darf Huawei mit dem Mate 9 haben), muss sich an den Kameraeinheiten in den aktuellen Vorzeigemodellen der Mitbewerber messen lassen. Hoffnungen sind berechtigt, kommt man doch wie bereits beim P9 mit Leica-Technik mit an Bord daher.

Als Hauptausstattungsmerkmal des neuen Huawei Mate 9 ist nämlich die bereits vom P9 bekannte Doppelkamera wieder mit im Gepäck. Auch den den gleichen bildstabilisierte RGB-Sensor mit 12 Megapixeln sowie einen nun einen 20-Megapixel-Schwarzweiß-Sensor ohne Bayer-Maske gibt es dazu. Letzterer hat eine Brennweite von 27 Millimetern im Kleinbildäquivalent und ein Öffnungsverhältnis von F2.2. Auch die Möglichkeit, den Fotos eine künstliche Tiefenunschärfe zu verpassen, hat man integriert. Huawei nutzt hier den Versatz der beiden Kameras, um eine Tiefenkarte zu errechnen und so Hintergrund, Motiv und Vordergrund voneinander zu unterscheiden. Wie auch von anderen Smartphone-Kameras kann man per Fingertipp bestimmen, welche Bildbereiche speziell scharfgestellt werden sollen.

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Wichtig für mich ist immer die Reaktionszeit des Auslösers, wenn man mal die Kinder spontan ablichten möchte sowie die Möglichkeit, sich sowohl in den automatischen Modi schnell zurechtzufinden als auch auf Wunsch in einen manuellen Modus schalten zu können. Auch hier glänzt Huawei mit den Standard-Programmen, die einen in Summe fast erschlagen und vielfältigen Optionen.

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Wie erwähnt ist die Performance der Kamera als auch die Möglichkeiten der Bedienung absolut fix und übersichtlich. Ohne viel Schnickschnack kann man sich auf das Wesentliche ohne die so gefürchtete Auslöse-Verzögerung konzentrieren. Die Farbwiedergabe ist exzellent, auch wenn man – speziell im Vergleich mit dem iPhone 7 Plus – teils erheblich “knalligere” Farben produziert. Das mag dem einen gefallen, dem anderen wiederum weniger. Auffällig ist auch, dass – je nach Belichtung – die Software doch recht stark in die Bilder einzugreifen scheint und man ab ISO 200 schon erste Detailverluste feststellen kann, die ab ISO 400 dann teilweise auch schon ungezoomt auffallen. Hier sollte man aber mit einem Software-Update nachhelfen können, denn in der anfangs getesteten Ursprungs-Software fiel mir dieser Effekt nicht so stark auf.

Auch der manuelle Modus bietet einem auf Wunsch genug Möglichkeiten, sich auch abseits der Standardmodi entsprechend auszutoben und an dem ein oder anderen Parameter gezielt Hand anzulegen. Wer gerne zoomt, sollte bedenken, dass bei der vollen Auflösung von 20 Megapixeln, die sich einstellen lässt, der Zoom nicht verwendet werden kann. Dies geht nur bei der standardmäßig eingestellten Auflösung von 12 Megapixeln, wobei die Testbilder in Gänze ohne Zoom mit eben 20 Megapixeln entstanden sind. Wer im Dunkeln unterwegs ist, wird den Dual-LED-Blitz nutzen. Dieser kann übrigens die Farbtemperatur des ausgestrahlten Lichts an das Umgebungslicht anpassen. Der Vorteil hier: Fotos mit Blitz passen stimmungsmässig auch in die Umgebung und wirken nicht allzu künstlich aufgehellt. Einen RAW-Modus gibt es auch, dieser nutzt allerdings nur die Sensordaten der 12 MP-Kamera – optisch gibt es also nur wenige Unterschiede, wenn man in JPG fotografiert, da zwei Sensoren halt immer besser als nur einer sind. Aber auch hier ist dieser Eindruck eine subjektive Meinung, vergleichen solltet Ihr natürlich lieber selbst!

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Wer das Mate 9 auch für Videos nutzen möchte, wird sich über die gerissene Messlatte “4K” freuen: Die Aufnahmen werden dabei im H.264-Nachfolger HEVC kodiert, auch bekannt als H.265-Codec. Das hilft beim Sparen des lokalen Speichers, bringt aber auch Nachteile mit sich: YouTube & Co. unterstützen diesen Codec (noch) nicht – hier muss man also die Zeit für das Umcodieren vor dem eigentlichen Upload mit einrechnen. Der Qualitätsunterschied zur Full HD-Aufnahme ist nicht allzu deutlich und im Full-HD-Modus steht auch ein effektiver elektronischer Bildstabilisator zur Verfügung. Wer es dann noch langsam angehen lassen will, dem steht noch eine Zeitlupen-Funktionen zur Verfügung: Bei Full-HD gibt es wahlweise 60 oder 120, bei 1280 x 720 Pixeln sogar 240 Bilder pro Sekunde. Gegenüber den Nicht-Zeitlupen-Aufnahmen ist die Qualität natürlich niedriger, aber durchaus ebenfalls nicht zu verachten und auch vorzeigbar.

Fazit: Auch die Kamera im Huawei Mate 9 gehört in meinen Augen zu den besten ihrer Zunft. Aus der Hüfte raus gelingen schlichtweg klasse Bilder. Wer mehr mag, wir sich an der gebotenen Programm-Vielfalt oder im manuellen Modus austoben können, der gewohnt viele individuelle Einstellungen zulässt. Vor dem Bildrauschen bei Dunkelheit, dem auch das Mate 9 irgendwann klein beigeben muss, ist man auch hier nicht gefeit und muss einfach den heutzutage noch überall verbauten Sensoren Tribut zollen. Die ein oder andere Kante bei der Software sollte durch Updates – speziell im teilweise heftigen Weichzeichner – zu beheben sein. Am Ende rangiert die Kamera des Mate 9 für mich in den Top Drei zusammen mit Samsungs Galaxy S7 Edge und dem iPhone 7 Plus und verdrängt im subjektiven Eindruck das Schwestermodell Huawei P9 auf den vierten Platz. Wer von den dreien auf dem Treppchen die Nase vorne hat, ist bei mir tagesaktuell verschieden, die Nuancen zwischen den Modellen extrem gering – am besten anschauen, selbst knipsen und dann entscheiden, sofern man die Möglichkeit hat!

Wer sich die Bilder einmal in der Qualität, wie sie auf dem Smartphone im Original abgelegt werden, genauer anschauen möchte, findet Sie übrigens auf dieser Dropbox-Freigabe und alternativ im passenden 500px-Album!

DAS DRUMHERUM: BETRIEBSSYSTEM UND SOFTWARE

Das Mate 9 kommt in der Ursprungsfassung mit dem aktuellen Android 7.0 Nougat und dem Sicherheitspatch vom 01. Oktober 2016 daher. Wie von HUAWEI-Geräten gewohnt, ist der Hersteller-Aufsatz Emotion UI (EMUI) installiert, der mir in der Vergangenheit einfach zu plump nach einem iOS-Klon aussah. Ich bin einfach ein Freund von Vanilla Android, das wird sich wohl auch nie ändern – nichtsdestotrotz hat Huawei hier optisch so einiges zum Guten hin angepaßt und begleitet den Anwender so angenehm wie möglich bei der Einrichtung seines neues Smartphones.

Nichtsdestotrotz kommt EMUI in der aktuellen Version 5.0 deutlich gereifter um die Ecke und unterstützt auch endlich mal die App-Drawer. Soll heißen: Man ist nicht gezwungen, alle installierten Apps auf zig Home-Screens zu verteilen – bei zwei davon ist bei mir eigentlich Schluß, ich ordne das Ganze immer gerne. Lange war das Fehlen von App-Drawern ein Manko, was ich bei EMUI immer bemängelt habe, nun hat man – Gott sei Dank – die Wahl:

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EMUI 5.0 ist optisch dezent und immer noch recht weit weg von der Ansicht des Vanilla Android-Erlebnisses, dank verschiedener Designs und zig weiteren, herunterzuladenden Themes aber ein verschmerzbares Manko. Das sage ich als jemand, für den EMUI bisher immer ein virtueller Dorn im Auge und eher eine Geißel meiner Nutzer-Erfahrung war: Die gesamte Oberfläche an sich läuft ruckelfrei (alles andere wäre bei der Hardware auch ein kleines Armutszeugnis für die Software-Adapation) und während des gesamten Testzeitraums ohne Abstürze: Das Benutzererlebnis wirkt hier komplett gereift und ich war ausnahmsweise mal nicht in die Verlegenheit gekommen, meinen sonst so geliebten Nova Launcher als erste Amtshandlung zu installieren!

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Auch ein spannender Effekt: Mit der Ursprungssoftware gab es wohl noch das ein oder andere Grafikproblem: Bei Asphalt Xtreme fehlten den Fahrzeugen schlichtweg alles bis auf die Reifen.

Ist sicherlich auch eine Art, so ein Spiel zu spielen, ich freue mich aber vielmehr über mehr die Umsetzung von gelungenen Realismus. Hier hat man mit dem Update B126 entsprechend nachgebessert und somit auch die Zocker unter Euch glücklich gemacht:

Asphalt 8 hingegen lief auch im Auslieferungszustand wie “geschnitten Brot”, oder eben schlichtweg rasant: Ist auch prima, weil das Spiel eigentlich bei jedem Smartphone-Test meine “Ruckel”-Referenz ist und auch viele Kollegen das ähnlich sehen.

Der Schnellzugriff, den Ihr auch in Gänze herunterwischen könnt, um alle Optionen zu sehen oder gegebenenfalls die Reihenfolge nach Gutdünken zu ändern, sieht auf dem Mate 9 dann auch wie folgt aus:

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Für viele war im Rahmen der Veröffentlichung des Mate 9 die neue Art, Benachrichtigungen nur summiert als Zahl darzustellen, ein kleiner Dorn im Auge. Das Ganze sah links oben dann so aus:

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Auch hier hat Huawei mit dem Update B126 reagiert und lässt so auch den gewohnten Stil (welche App läßt gerade welche Benachrichtigung los?) wieder aufleben. Alles gut also, den Vergleich seht Ihr oben (Zahl) und unten (Icons)!

Die Dual-SIM-Steuerung (bei Nutzung des Mate 9 ohne MicroSD-Karte) gefällt mir ebenfalls sehr gut und Ihr könnt hier auch bequem und direkt konfigurieren, welche Karte für Datendienste, Anrufe und/oder SMS verantwortlich sein soll. Selbstverständlich wird das LTE-Band 20 auch in Deutschland unterstützt und im Vergleich zu meinem iPhone 7 Plus hat das Mate 9 auch noch dort ein besseres Netz, wo das iPhone mit einem Punkt kurz vor dem Netzverlust steht. Passiert zwar selten, kommt aber in unserer ländlichen Region doch hin und wieder mal vor. Ein weiterer Vorteil: Dank der von Huawei integrierten App-Mirroring-Funktion könnt Ihr beispielsweise auch zwei WhatsApp-Instanzen nutzen, dir jeweils auf eine andere Rufnummer hören – ein feines Feature!

DAS BESTE (?) KOMMT ZUM SCHLUSS: DAS FAZIT

Lange Rede, kurzer Sinn: In der heutigen Zeit vom “großen Wurf” in Bezug auf ein Smartphone zu sprechen, finde ich persönlich immer schwer. Der Markt ist eigentlich gesättigt und nur Nuancen heben den ein oder anderen Hersteller mit seinem jeweils aktuellen Modell wieder für einen Moment auf eine kleine Stufe über das Level der jeweiligen Mitbewerber-Geräte. Huawei hat in meinen Augen aber das Smartphone-Jahr 2016 gezeichnet und ist konsequent den Weg weitergegangen, den man bereits im letzten Jahr so deutlich eingeschlagen hat: Das Huawei P9 war einfach klasse, das hier vorliegende Mate 9 ist die Krönung und nicht zu Unrecht sind beide Geräte in meinen persönlichen Top Drei gelandet.

Dual Sim-Funktionalität – alternativ die Erweiterung der bereits schon üppigen 64 GB Speicher via MicroSD – und eine Top-Kamera, die auch den Weg des Huawei P9 konsequent weitergeht sowie ein bärenstarker Akku sprechen weiterhin für das Mate 9. Luxus-Gemecker dürfte es indes über die Full HD-Auflösung geben, aber ganz ehrlich: VR ist noch nicht so weit, als dass man hier höher gehen muss. Schöner geht immer, aber auch beim Mate 9 finde ich auch nach einiger Zeit anstrengenden Suchens keine Pixel, die mir in Sachen Bildschärfe ins Auge springen.

Optisch wie technisch hat man sich beim Mate 9 also keine Blöße gegeben: Das Smartphone ist eine runde Sache ohne Ecken und Kanten. EMUI, oft von mir geschaßt und auch gehasst, ist erträglich und in Version 5.0 erwachsen geworden. Sicherlich ist es immer noch ein Hersteller-Aufsatz, der von mir als Freund des “reinen” Vanilla Android immer noch argwöhnisch begutachtet wird, aber nicht zuletzt dank der App-Drawer Funktionalität ist das jetzt alles ein wenig erträglicher, ja natürlicher, geworden. Der Kirin ist nicht mehr das KO-Kriterium im Vergleich zu einem Snapdragon-SoC, auch wenn es natürlich immer noch schneller geht: Aber hier ruckelt nichts und alles ist aus einem Guss, spätestens seit dem Update B126 – welches ich mir aber auch zur Veröffentlichung schon gewünscht hätte.

Dieses kleine “Aber” schlägt dann direkt in die folgende Kerbe: Geht man von der unverbindlichen Preisempfehlung von 699 EUR aus, erwarte ich auch software-seitig ein fertiges Produkt im Stil der Software-Version B126. Auch, wenn der Preis sich durch den Markt oder entsprechende Aktionen schnell den üblichen Gegebenheiten unterwerfen wird, sollte man doch ein Premium-Smartphone auch in Sachen Software weitestgehend ausgereift auf den Markt bringen. Das und die Aussicht auf die kommenden anstehenden Updates – zwei Jahre Update-Garantie auch für neue Betriebssystem-Versionen sollten schon möglich sein – trennen auf dem Android-Markt doch die Spreu vom Weizen, oder? Schön ist, dass zumindest das Android-Sicherheitsupdate vom 01. November 2016 mit in die B126 geflossen ist – bewußte Nutzer werden auch solche Fakten mit in ihre Überlegungen einfließen lassen, wenn es um die Neuanschaffung eines Android-Device geht!

Lange Rede, kurzer Sinn: Am Ende rockt Huawei mit dem Mate 9 pünktlich zum Jahresausklang das Haus und das Weihnachtsgeschäft wird dies auch bestimmt bestätigt haben: Nicht als Konkurrent zum Samsung Galaxy Note7, nicht als iPhone Plus-Killer (hier ist iOS einfach der Mehrwert), sondern als absolutes Flaggschiff eines Herstellers, der seit einiger Zeit vieles richtig macht. Wäre ich heute in der Entscheidungsfindung, welches aktuelle Android-Smartphone anzuschaffen wäre, meine erste Wahl würde auf das Mate 9 fallen, weil hier das Gesamtpaket einfach stimmt und mich die Kamera noch mehr überzeugt hat als die des Huawei P9. Kritik der jüngeren Vergangenheit hat man man sich bei Huawei offenbar angenommen und seine Stärken konsequent weiterentwickelt – und so strahlt auch das Mate 9 ein wenig über den Android-Markt des Jahres 2016.

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