Kurztest TP-Link AC1900 (RE500) – tolle Reichweite zum vertretbaren Preis!

Zugegeben – TP-Link Produkte hatte ich aus vergangenen Zeiten eigentlich immer eher als “günstige” Marke im Hinterkopf gehabt, die mich seinerzeit nicht überzeugen konnte. Doch Zeiten ändern sich und wenn man nun auch mit den WLAN-Repeatern des eigenen Router-Modells (hier eine AVM FRITZ!Box 7490) nicht zufrieden ist, schaut man auch gerne über den Tellerrand. Die Möglichkeit, den RE500 WLAN-Repeater von TP-Link zu testen, war daher an dieser Stelle ideal. Drei Etagen, die FRITZ!Box im Erdgeschoss und der bisherige Repeater im ersten Obergeschoss – an sich ein stimmiges Szenario – wie schlug sich nun also das TP-Link-Modell?

Das Problem: Im ersten Obergeschoss bemerkte man schon mit dem bisherigen Repeater (ebenfalls ein aktuelles AVM-Modell) einen deutlichen Leistungseinbruch, nach oben ging dann so ziemlich gar nichts mehr – relativ suboptimal also, trotz. Also konnte es mit dem TP-Link nur besser werden, wenngleich hiermit kein Mesh-Netzwerk wie bei AVM aufgebaut werden kann. Nach dem Auspacken stellte ich direkt fest, dass der Repeater sowohl massiv als auch groß war – freundlicherweise aber für den direkten Steckdoseneinsatz direkt an der Wand vorgesehen ist.

Wen die blaue LED irritiert (und das ist je nach Platz für den Repeater unweigerlich der Fall), dem sei gesagt, dass man hier nach Ersteinrichtung bequem per Webinterface das blaue Licht zeitgesteuert oder auch ganz ausschalten kann: Ein feines Feature übrigens! Ansonsten finden wir hier einen klassischen RJ45-Anschluss, auf der einen und die Reset-Funktion, den Knopf zum Ein-/Ausschalten der LED und den Power-Knopf auf der anderen Seite.

Die Bedienelemente sind – was auch der Gesamtgröße des Gerätes geschuldet sind – entsprechend groß und auch ohne Fummelei sauber zu bedienen. Der RJ45-Anschluss ist für den Anwendungsfall vorgesehen, dass man das vorhandene physische Netzwerk mit einem WLAN-Accesspoint erweitern möchte – auch diesen “AP-only”-Modus beherrscht der RE500. Die vier externen Antennen können  seitlich variabel nach oben und unten ausgerichtet werden, um so das bestmögliche Signal liefern zu können.

Einmal in Betrieb genommen, ging es dann an die Ersteinrichtung. Der schnelle Weg über die WPS-Kopplung von FRITZ!Box und Repeater durch Drücken der entsprechenden Knöpfe führte nicht wie erwartet zum Ziel. Ohne lange Zeit damit zu verschwenden, warum das so war, wagte ich dann einmal einen bisher für mich ungewohnten Schritt: Die Einbindung über über TP-Links “Tether”-App auf dem Smartphone. Mein Verständnis, dass es auch immer ohne Hilfsmittel geht, einmal beiseite gelegt kam ich hier wider Erwarten schnell zum Ziel: So unkompliziert habe ich eine solche Einrichtung neben der klassischen WPS-Methode selten erlebt!

TP-Link Tether Übersicht

Das Procedere hier ist so einfach wie schnell und auch als Freund des klassischen Webinterfaces (das kann und sollte man zwecks Pflege im Nachgang ja nachholen) packte ich mein Smartphone kurz in das standardmäßig voreingestellte Repeater-WLAN-Netz, ließ den Access Point finden und trat dann den geführten Weg der Ersteinrichtung an. Beim Setzen des Kennworts über die App trat indes eine kleine Unschönheit auf, erlaubt der Assistent doch keine Sonderzeichen in den Kennwörtern – wer also Freund richtiger (!) Kennwörter ist, sollte diesen Schritt dann ebenfalls über das Webinterface im Nachgang nachholen!

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Der Assistent erkennt dann 2,4- als auch 5 GHz-Netze und nach Eingabe der – idealerweise identischen WLAN-Zugangsdaten – kann die finale Konfiguration dann erfolgreich abgeschlossen werden: Nach einem unkomplizierten Neustart verstärkte der RE500 dann in meinem Haushalt das Netz definitiv besser als das Mitbewerberprodukt aus dem Hause AVM, was mich dann schon überrascht hat. Die Signalstärke reichte – anders als beim AVM-Produkt – auch bis ins zweite Obergeschoß und spielte wunderbar mit der FRITZ!Box zusammen.

Warum das so ist, darf man sich durchaus fragen, denn hier wird das Signal ja “nur” verstärkt, es erfolgt kein WLAN-Meshing – in meinem Fall war das aber zweitrangig, weil das Signal eben wunderbar nach oben reichte. Das kann aber bei jedem anderes aussehen, der sein WLAN eben nicht professionell ausleuchtet – was im Privatbereich eher selten der Fall sein dürfte wie im Firmen-Umfeld: Dort sollte eine WLAN-Ausleuchtung vor Inbetriebnahme größerer Strukturen Pflicht sein. Die grobe Positionierung sollte also in der Mitte zwischen dem maximal erreichbaren Bereich und dem WLAN-Router liegen, die App gibt hier noch eine kleine Positionierungshilfe samt Tipps, die für den Privathaushalt durchaus ausreichen sollten.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Wer dann übrigens ein eigenes WLAN nur über TP-Link als Access Point haben möchte, kann über das Webinterface dann auch noch wunderbar vom “Repeater” in den “Access Point”-Modus umschalten und auch weiterführende Einstellungen – darunter das Firmware-Update oder eben die Nachtschaltung der LEDs – durchführen. Wer beispielsweise nur ein WLAN für die obere Etage braucht, sinnigerweise aber irgendwo einen Uplink per RJ45 hat, kann den RE500 somit als eigene, separate Funkzelle mit eigener SSID betreiben und verstärkt halt kein Signal mehr, sondern erstellt ein eigenes WLAN. Auch dieses Szenario ist neben dem klassischen Verstärken wunderbar möglich, die RJ45-Schnittstelle beherrscht Gigabit.

TP-Link RE500 Webinterface

Sowohl als Repeater als auch als Access Point spielt der RE500 daher fast unerwartete Stärken aus, im bisher eher moderat ausgeleuchteten Treppenhaus samt angrenzenden Zimmern gab es sowohl unter iOS- als auch Android-Geräten im schlechtesten Fall 80% Ausleuchtung. Sicherlich ließ im zweiten Obergeschoss die Transferrate beim Kopieren schon nach, zum klassischen Surfen reicht es aber auch dort und somit sollten auch die jüngeren Hausbewohner schnell glücklich zu machen sein!

Als Features bringt der RE500 zudem auch einen MAC-Filter sowie die auch von anderen Herstellern gewohnte Option des “Betriebszeitplans” mit, um das WLAN – bei vernünftig konfigurierten Zeitserver – auch gesteuert aus- und wiedereinzuschalten. Ähnlich funktioniert es mit den blauen LEDs, die – je nach Umgebung – durchaus stören können und auch gesteuert oder eben ganz ausgeschaltet werden können.

TP-Link RE500 LED-Einstellungen

Wer typische Pflege betreiben möchte, darf die – während des Testzeitraumes bereits zweimal aktualisierte – Firmware auf den neuesten Stand bringen oder auch die Konfiguration des Gerätes sichern respektive wieder einlesen: Alles notwendige, was der Heimanwender auch von AVM & Co. kennt, deckt TP-Link in dem – im doppelten Sinne – wuchtigen RE500 ab.

TP-Link RE500 Firmwareupgrade

Fazit: TP-Link hat mich hier wirklich positiv überrascht und als bisher treuer AVM-Kunde hätte ich nicht gedacht, dass das Aufbrechen der Struktur meiner homogenen AVM-Gerätschaften (ich bin eigentlich ein Freund des Alles-aus-einer-Hand-Prinzips) sowohl bei mir als auch meiner Frau und Kindern ein solch positives Feedback hervorbringen würde. Gut, in der Preiskategorie (aktuell knappe 70 EUR) darf man schon etwas erwarten, hier war die Überraschung aber im positiven Sinne gelungen!

Wer indes noch mehr “Dampf” benötigt, dem sei an dieser Stelle der TP-Link RE650 empfohlen, der technisch hier noch eine Schippe drauflegt und anstatt der 3×3 Mu-MIMO-Antennen 4×4 samt Beamforming und maximal 1733 Mbit/s im 5 GHz und 800 Gbit/s im 2,4 GHz-Band daher kommt. Der hier getestete RE500 schafft hier in Sachen Datendurchsatz auf dem Papier 1300 Mbit/s (5 GHz) respektive 600 Mbit/s (2,4 GHz), bei einem Kurztest des großen Bruders RE650, den TP-Link mir freundlicherweise und unkompliziert zur Verfügung gestellt hat, konnte ich für mein Nutzungsszenario aber keine großen Sprünge im Alltagsgebrauch feststellen.

Technisch ist der RE650 besser aufgestellt, für mein Zuhause reichte aber auch der hier getestete und 30 EUR günstigere RE500, der in Summe positiv überrascht hat!

TP-Link Tether
TP-Link Tether
Entwickler: TP-LINK
Preis: Kostenlos
TP-Link Tether
TP-Link Tether
Preis: Kostenlos

Kommentar verfassen