Windows

Microsoft warnt mit Nag-Screen vor der Nutzung anderer Browser

Kinder der 2000er Jahre werden sich noch an den guten, alten Netscape-Navigator erinnern, damals mein Weg ins Web. Neben dem Browser waren Newsreader und vor allem E-Mail-Programm eingebaut und eigentlich gab es da niemanden, der Netscape nicht nutzte. Microsoft war da mit dem Internet Explorer weit von einer hohen Verbreitung entfernt, obwohl er bei Windows-Systemen vorinstalliert war: Die Browser-Kriege begannen.

Damals

Wie die Geschichte ausging, dürfte auch bekannt sein: Netscape verschwand irgendwann trotz absoluter Marktmacht. Der Platz für andere Browser wurde geschaffen und just in diesen Tagen fühlt man sich an die Anfangstage des bezahlbaren Internets erinnert. So oder so ähnlich dürfte es vielen Windows Insidern ab dem Insider Build 17744 ergangen sein, das ja ab nächsten Monat das große Windows 10 Oktober-Update darstellen soll: Während des Versuchs, beispielsweise den Firefox zu installieren, gibt es nun ein spannendes Hinweisfenster.

Microsoft Edge Warning

Das dürfte einigen (wenn nicht vielen) recht sauer aufstoßen, denn machen wir uns nichts vor: Der Edge-Browser ist definitiv besser als der in die Jahre gekommene Internet Explorer, keine Frage. Doch warum muss man den in Windows 10 integrierten Browser, der dann trotzdem nicht jedermanns Sache ist, so anbiedern? Mir persönlich reicht es schon, wenn ich bei einem aktuellen Windows 10 den Standard-Browser umstellen möchte. Die absolut beste Erfahrung wird mir nur mit dem Edge garantiert, ich darf aber trotzdem wechseln. Danke!

Edge – ja oder nein?

Ist ja alles schön und gut, aber aus eigener Erfahrung kann ich sagen, es unter Windows immer mal wieder mit dem Edge versucht zu haben. Nach einigen Tagen (und den unerklärlichen Gründen, warum die Performance meines integrierten Browsers plötzlich in die Knie ging), wechselte ich dann zu einen Mitbewerber um den großen Browser-Kuchen. Aber ehrlich, Microsoft: Das habt Ihr doch nicht nötig, oder? Ihr macht seit Jahren so viel richtig, Windows 10 ist überwiegend ein aktives und tolles System, ihr macht tolle Hardware – aber das muss nicht sein!

Ich möchte selbst entscheiden können, welchen Browser ich nutze. Ich möchte auch selbst entscheiden, welche Apps auf meinem frischen System bei Auslieferung installiert werden. Und früher durfte ich mich auch entscheiden, ein Windows ohne den integrierten Windows Media Player zu nutzen. Warum jetzt also den Nutzer bevormunden und immer wieder den Edge in den Vordergrund stellen? Trotzig wie ich bin, erreicht man mit solchen Maßnahmen das Gegenteil! Egal, wie toll der hauseigene Browser im Zusammenspiel mit Surface & Co. funktioniert: Allein durch diese Aktion müßte er per se eigentlich aus dem System fliegen. Geht technisch leider nicht, schade – aber wirklich: Ich dachte, solche Zeiten sind vorbei!

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Bleibt zu hoffen, dass dieses Feature nur im Insider-Kreis verbleiben und nicht den Weg in das finale Windows 10-Update schaffen wird. Ich finde, man sollte schon dem Nutzer die Wahl seiner bevorzugten Software unter Windows lassen: Ob es nun der Browser, der Media-Player oder das E-Mail-Programm ist. Dezent drauf hinweisen geht hier vielleicht in Ordnung, dieser Nag-Screen wäre aber in einer finalen Version definitiv ein Schritt in die (längst vergessene) Vergangenheit!

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