Pi Control @ Raspberry Pi 3

Pi Control: Den Raspberry Pi stets bequem im Blick

Hat man zuhause einen (oder mehrere) Raspberry Pi im Einsatz, möchte man diese auch ordentlich überwachen. Jetzt gibt es hier die ein oder andere App, mit der man das mobil erledigen kann, aber für mich wäre eigentlich die Kombination aus App und Webinterface ideal. Gesagt, getan – eher zufällig als geplant stolperte ich im Play Store über die App Pi Control, die eben das auf tolle Art und Weise erledigt. Doch dazu ist erst einmal die Installation des Web-“Rückgrats” vonnöten – und genau das möchte ich Euch hier einmal kurz zeigen.

Die Heimat des Frameworks ist Willy’s Technik-Blog, wo man neben Infos zum Raspberry Pi halt auch die Downloadmöglichkeit für Pi Control findet. Grundvoraussetzung ist hier ein Raspberry Pi A, A+, B, B+, 2 B, 3 B, Zero oder Zero W mit aktuellem Raspbian-Betriebssystem und installiertem Webserver (Apache2, Nginx, Lighttpd) und PHP ab Version 5.5. Hierzu sei gesagt, dass die Webserverkomponente während der Installation auf das System geladen wird, man aber – speziell in Sachen PHP – auf einem aktuellen Raspbian-System noch einmal Hand anlegen muss.

Der Start findet statt, indem wir uns (entweder direkt am Bildschirm oder per SSH) auf die Konsole des Raspberry Pi begeben. Durch die Eingabe von

curl https://pi-control.de/pic_installer | sudo bash

starten wir die geführte Installation.

Pi Control - Installation

Hier werden alle Abhängigkeiten überprüft und fehlende Komponenten gegebenenfalls nachinstalliert. In meinem Fall waren weder Webserver (hier Nginx) noch PHP installiert, so dass die Routine zumindest Nginx installierte und nach einer Zeit fragte, in welches Verzeichnis Pi Control installiert werden soll. Sofern Ihr nicht alles in das Hauptverzeichnis schieben wollt (ich versuche, die Applikationen meines Webservers jeweils sauber zu strukturieren) könnt Ihr durch die Angabe eines Ordnernamens (hier: “pic”) das Ganze beispielsweise in den Pfad http://raspberrypi3/pic installieren lassen:

Pi Control - Verzeichnis

Nach kurzer Zeit und diversen Downloads später sollte eine Erfolgsmeldung Euch bescheinigen, dass die Installation erfolgt ist:

Pi Config - Installation fertig

Nun kam in meinem Fall der erste Stolperstein, der sich durch einen Fehler 403 bemerkbar machte, als ich versucht habe, die Adresse http://raspberrypi3/pic zu öffnen. Ein wenig Forschen auf der Webseite brachte einen Kommentar des Users Tegen hervor, der ins Schwarze traf: In der Nginx-Konfigurationsdatei /etc/nginx/sites-available/default musste als Index-Datei-Option nicht noch “index.php” eingetragen werden, sondern eben auch die eigentliche PHP-Erweiterung aktiviert werden. Diese war nach der Installation noch auskommentiert. Das Ganze sollte dann also wie folgt aussehen, denn sonst wäre das Parsen den PHP-Dateien nicht möglich:

Pi Control - Nginx-KonfigurationNach einem erneuten Versuch, die URL aufzurufen, änderte sich der Fehler immerhin auf die Variante 502 (“Bad Gateway”) – es hatte sich also etwas verändert, allerdings wohl nicht genug, um die Installation von Pi Control über das Webinterface beenden zu können. Ein Neustart des Nginx-Server sorgte nun dafür, dass dieser nicht mehr startete. Nach dem Prüfen der Logdateien unter /var/log/nginx stellte sich dann heraus, dass PHP offensichtlich nicht nur einfach nicht gestartet, sondern schlichtweg nicht vorhanden war.

Ob das nun ein Problem in der Installationsroutine oder an meinem System war, konnte ich im Nachhinein nicht beurteilen. Der Fehler ist aber recht schnell durch Installation von PHP zu beheben. Der Befehl

sudo apt-get install php-fpm

führt hier zum Erfolg. Nach erfolgter Installation startete ich Nginx noch einmal neu (“sudo service nginx restart”) und siehe da: Ein Aufruf von http://raspberrypi3/pic brachte nun endlich die gewünschte Login-Oberfläche mit sich:

Nach dem Klick auf “Installation starten” und Auswahl der gewünschten Sprache galt es nun, noch weitere Anforderungen in Form fehlender PHP-Module zu erfüllen. Die Programmhilfe hier hilft nur bedingt, da sie sich auf PHP 5-Systeme bezieht und wir hier PHP 7 im Einsatz haben.

Pi Control - Abhängigkeiten

Das soll dem ganzen aber keinen Abbruch tun – es geht nun wieder zurück auf die Konsole. Der Befehl

sudo apt-get install php-ssh2 php-mcrypt php-curl php-zip

sorgt nun dafür, dass das Webinterface sich nicht mehr beschweren kann und nach der Aktualisierung der Seite solltet Ihr die restliche Konfiguration von Pi Control durchführen können.

Pi Control - Abhängigkeiten erfüllt

Nun muss im nächsten Schritt ein Benutzer angelegt werden, mit dem Ihr Euch zukünftig an Pi Control anmelden könnt:

Pi Control - Nutzeranlage

Dann müsst Ihr zum Erstellen des notwendigen Crontabs Euren SSH-Benutzernamen (standardmässig “pi”) mit dem passenden Kennwort eingeben. Aktuell wird dieser Zugang nicht gespeichert, nach erfolgter Installation ist es aber ratsam, diesen – oder eben einen anderen Benutzer mit ähnlichen Rechten – in Pi Control zu hinterlegen, damit zum Beispiel Logfiles oder Prozesse besser (oder überhaupt!) ausgelesen werden können.

Pi Control - SSH-Access

Das war es dann – auf Wunsch könnt Ihr Euch noch in eine Mailingliste eintragen und / oder durch den Klick auf “Abschliessen” die Initial-Konfiguration beenden, um nachfolgend auf den Login-Bildschirm wechseln zu können:

Pi Control - Login-Screen

Nach erfolgter Anmeldung mit den gerade definierten Anmeldedaten sehr Ihr nun den ersten Status-Bildschirm und könnt Pi Control weiter entdecken.

Pi Control - Status-Bildschirm

Neben der Möglichkeit, den Raspberry Pi neu zu starten oder herunterzufahren, hat man alle wesentlichen Informationen direkt im Blick und kann das Ganze noch durch feine Kleinigkeiten (Wetter) oder diverse Plugins (für die FRITZ!Box, GPIOs, Luftdruck-/Temperatur etc.) ergänzen.

Pi Control - FRITZ!Box-Plugin

Sieht man einmal von den ungeplanten Stolpersteinen bei der Installation ab (die mit ein wenig Aufwand auch zu lösen waren), ist Pi Control ein wunderbares Web-Frontend, um bequem den oder die Raspberry Pi im Haushalt auslesen zu können. Hier gilt mein Lob und Dank dem Entwickler, der hier – auch in Zusammenspiel mit der Android-App – eine wunderbare und in meinen Augen ideale Lösung für Raspberry Pi-Umgebungen geschaffen hat.

Gefällt Euch die Lösung also und Ihr nutzt sie gerne, denkt doch einmal an eine kleine Spende für den Autor nach!

Übrigens, die Android-App schliesst den Kreis des positiven Eindrucks noch einmal, so dass Ihr auch auf dem Smartphone alle relevanten Daten parat habt:

Pi Control - App
Pi Control - App
Entwickler: Willy Fritzsche
Preis: Kostenlos

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