Sophos: Privathaushalte gleichen zunehmend kleinen Unternehmen

Die CES 2017 hat uns gezeigt, dass das folgende Szenario längst kein unrealistisches Zukunftsszenario ist: Wenn es nach den Herstellern internetfähiger Kühlgeräte geht, soll der smarte Kühlschrank mit seiner intuitiven Kontrolle das neue Herzstück jeder Küche sein. Dank eines digitalen Assistenten kann man seinem Kühlgerät sagen, welche Lebensmittel es besorgen soll. Auch im Supermarkt selbst hilft der bereits obligatorische Blick aufs Smartphone.Dank der integrierten Kühlschrankkamera, die sich brav Wi-Fi ins heimische Netz verbindet, gibt es auch von unterwegs einen schnellen Überblick über die heimischen Bestände. Smart weist der Kühlschrank nicht nur auf geringe oder leere Vorräte hin, sondern auch auf schnell zu verbrauchende Lebensmittel – das Taktieren der Formel 1 erreicht also auch die Innereien des eigenen Kühlschranks. Was dem Tech-Geek gefällt, kommt für den Otto-Normal-User eher befremdlich daher.

Nichtsdestotrotz waren derartige Smart-Home-Geräte auf der diesjährigen Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas, einer der weltweit größten Fachmessen für Unterhaltungselektronik, der Renner. So unterhaltsam diese Gadgets sind, sollte man sich doch im Klaren darüber sein, dass auch hier Nutzerdaten gesammelt werden. Auf den ersten Blick erscheint eine Einkaufshistorie harmlos. Doch die großen Datenmengen werden gespeichert, an den Hersteller gesendet, ausgewertet und können mit vielerlei anderen gespeicherten Informationen zu individuellen Profilen verknüpft werden. Wer das an dieser Stelle nicht glaubt, sollte sich einmal seine Empfehlungen auf Amazon anschauen und noch einmal darüber nachdenken.

Das ist allgemein und mittlerweile nichts Neues mehr, kennen wir dieses Problem doch aus zahlreichen Diskussionen um soziale Netzwerke wie Facebook & Co. Es gilt also Lösungen zu entwickeln, die dem Kühlschrank verbieten, Daten an den Hersteller zu senden – sofern man das denn möchte. Doch dies ist nur die eine Seite der Medaille: Weitaus kritischer ist zu sehen, dass der Kühlschrank als ein reguläres WLAN-Gerät ins häusliche Netzwerk eingebunden und damit potenziellen Angriffen durch Hacker ausgesetzt ist, wenn die hauseigene Infrastruktur nicht paßt. Da das Kühlgerät aber selbst nicht über eine eigene Firewall oder eine andere Security-Lösung geschützt werden kann, stellt sich auch hier die Frage, wie der Anwender diese offene Tür ins Internet schließen kann. Ein sicherer Router ohne unnötige Portweiterleitungen sollte ein Teil der Lösung sein. Je weiter die intelligenten Geräte jedoch den Haushalt erobern, sollte man aber auch eine separate Firewall-Lösung in Betracht ziehen.

“Smarte Geräte sind faszinierend und ich denke, dass diese sehr rasch Einzug in unser tägliches Leben halten werden”, sagt Michael Veit, Sicherheitsexperte bei Sophos in Wiesbaden. “Damit wird der Schutz von privaten Informationen für den Konsumenten immer schwieriger. Im Grunde entwickelt sich der zunehmend smarte Privathaushalt – aus IT-Security-Sicht – in Richtung einer komplexen Infrastruktur, ähnlich einem kleinen Unternehmen. Und hier helfen im Moment nur klassischer Endpoint-Schutz wie Sophos Home in Verbindung mit unserer kostenlosen Firewall-Lösung, die ursprünglich für kleine Unternehmen entwickelt wurde.”

Sophos stellt als einer der Hersteller von Security-Software eine Reihe kostenloser Tools für den Heimeinsatz zur Verfügung: Unter anderem den Virenscanner Sophos Home für PC und Macs, ein Malware Removal Tool oder die Home Edition der bekannten XG Firewall, Nachfolger der UTM-Serie. Wer hier gerne alles aus einer Hand haben möchte, sollte sich die einzelnen Tools einmal genauer anschauen

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