Gigaset kennen viele von uns noch als Hersteller von klassischen DECT-Endgeräten im Haushalt. Der ein oder andere wird sich hier sogar an “Gigaset” als Produktnamen des Herstellers Siemens erinnern: Diese Telefone haben den ITK-Markt lange geprägt und tun es heute noch. Doch auch bei Android-Smartphones mischt Gigaset mittlerweile mit und zusammen mit BILD.de hat man das Gigaset GS270 (plus) bereits seit dem 01. Oktober 2017 zum “Volks-Smartphone” deklariert. Ob der Name nun Programm ist und die Hardware sich wirklich volksnah gibt, soll der nachfolgende Test offenbaren.

Vorab sei erwähnt, dass ich mich im Laufe des Tests auf das Gigaset CS270 plus an sich fokussieren werde, nicht auf die einzelnen Inhalte der genannten Aktion. Diese beinhaltet neben dem Endgerät in einer der beiden Ausstattungs-Varianten auch ein Booklet-Case und einen Handyschutzbrief. Letzterer ist für drei Monate mit an Bord und wird versicherungstechnisch über den Vertragspartner Assurant General Insurance Ltd. aus England abgedeckt – nach den drei Monaten ist für die weitere Fortführung des Versicherungsschutzes ein Obolus von 3,49 EUR im Vorfeld zu bezahlen.

Gigaset GS270 plus offene Box

Die Verpackung und der erste Blick auf den Inhalt

Widmen wir uns aber zunächst mal dem klassischen Unboxing. Früher per se ein Spektakel, ist die Verpackung meiner Meinung nach heute ein kleiner Appetitmacher – nicht mehr, nicht weniger. Gigaset agiert hier recht solide und nicht spektakulär mit einer funktionalen Verpackung. Vorne das Bild des GS270 plus, auf der Rückseite die technischen Eckdaten des Smartphones – fertig.

Gigaset GS270 plus Inhalte

Der Inhalt der Verpackung gliedert sich in den üblichen Papierkram, einem Lade-Adapter, einem Micro-USB-Kabel, einen Satz Kopfhörer und natürlich das Smartphone an sich. Positiv zu bewerten: Gigaset legt direkt eine TPU-Schutzhülle bei, die die schlanke Form des GS270 plus erhält und auch – anders als bei Mitbewerbern – eben weich und keine Hartplastik-Schale ist. Fein!

UND DAS IST DRIN: DAS INNENLEBEN DES GIGASET GS270 PLUS

Natürlich halten wir uns nicht allzu lange mit dem Auspacken auf, denn es kommt schliesslich auf die inneren Werte an. Diese habe ich an dieser Stelle einmal stumpf aufgelistet:

  • Display: 5.2″ Full HD IPS-Display, 13,3 cm (11,6 x 6,5 cm), 1920 x 1080 Auflösung, 424 ppi, 450 cd/m2 Helligkeit, Material 2.5D Glas mit kratzfester und schmutzabweisender Oberfläche, Multipoint-Touch mit bis zu fünf Touchpoints
  • Prozessor: MediaTek MTK 6750T Octa-Core, 1,5 GHz
  • Arbeitsspeicher: 2 GB (GS270) / 3 GB (GS270 plus) RAM
  • Speicher: 16/32 GB, erweiterbar via Micro-SD-Karte bis zu 128 GB (hotplug-fähig)
  • Kamera: Frontseite 5 MP Fix Focus, Vorderseite 5 Linsen-Objektiv (für schärfere Fotos), Auflösung (Foto): 13 MP Auto Focus, Blende: f2.2, LED Blitz. Videoauflösung 1080p Video, Zeitlupenaufnahme (Zeitdehnung 1:2 oder 1:4)
  • Betriebssystem: Android 7.0 “Nougat” (zum abschließenden Testzeitpunkt mit dem Sicherheitsupdate von Oktober 2017)
  • Akku: 5000 mAh Lithium-Polymer (nicht austauschbar), 5V 2A Schnellladung mit dem mitgelieferten Lade-Adapter
  • Abmessungen: 149,5 mm x 74 mm x 8,95 mm, 160 Gramm
  • Verbindungstechnologien: WLAN IEEE 802.11 a/b/g/n mit 2.4G und 5G, Bluetooth 4.0, UKW-Radio, VoLTE, VoWiFi, GSM / 2G: 850 / 900 / 1800 / 1900 MHz, UMTS / 3G: 900 / 2100 MHz, FDD / LTE / 4G: 800 / 900 / 1800 / 2100 / 2600 MHz
  • Sensoren: Fingerabdrucksensor, Lagesensor, Näherungssensor, Helligkeitssensor, Benachrichtigungs-LED, Micro-USB-Anschluss, 3,5″-Kopfhöreranschluss
  • Farben: Grey / Urban Blue
  • Sonstiges: A-GPS, GPS, WiFi, Funknetz, Glonass

WIE FÜHLT SICH DAS DING AN? HAPTIK UND OPTIK

Das Gigaset GS270 plus ist ein Handschmeichler: Auch wenn heute grössere Displays nicht zwingend auch weniger Rand bedeuten (dieser Trend beginnt meiner Meinung nach erst richtig), hat man noch im persönlichen Hinterkopf, dass ein 5,2″-Gerät sozusagen der “Sweet Spot” ist. So ist es auch hier für die durchschnittliche Männerhand. Das Smartphone liegt prima in der Hand, wenngleich die Rückseite dank des führenden Werkstoffes – nämlich Metall – ein wenig glatt wirkt: Hier kann aber die beigelegte TPU-Hülle Abhilfe schaffen. Persönlich empfinde ich zumindest beim klassischen Display-/Rahmen-Verhältnis eben diese 5,2 Zoll ideal.

Schaut man sich den Rest des Gehäuses an, finden wir die klassische Aufteilung: Oben den Klinkenanschluss für den Kopfhörer (heutzutage schon fast ein Exot), unten der Anschluss für USB und an der rechten Seite den Ein-/Ausschalter samt Lautstärkeregelung. Die linke Seite enthält einzig und allein den SIM-Tray mit der Funktion zur Aufnahme der MicroSD-Karte uns sorgt so im Alltag für eine leer wirkende linke Gehäuseseite. Ein für diese Preisklasse nicht zwingend als selbstverständlich vorauszusetzender Fingerabdruckleser auf der Rückseite, der – am Ende – übrigens mit einer erstaunlichen Genauigkeit punkten kann, komplettiert das Gehäuse neben den – leider nicht beleuchteten – Android-Navigationstasten.

Optisch ist hier also alles, wo es sein soll und auch die Bedienelemente wirken nicht wie die eines Smartphones innerhalb der 200 EUR-Grenze, hier hat Gigaset feine Arbeit geleistet. Kurzum: Da, wo fünf Zoll zu klein sind und – je nach Hersteller – 5,5 Zoll zu groß, sucht sich das Gigaset-Smartphone perfekt die goldene Mitte aus und wirkt dabei in Anbetracht des Preises auch im Allgemeinbild sehr wertig!

DIREKT HINGESCHAUT: DAS DISPLAY

Im Gegensatz zu dem ein oder anderen Mitbewerber kleckert man bei Gigaset nicht, sondern klotzt stattdessen: Wo in dem Budget-Bereich eher ein 720p-Display erwartet werden kann, bekommt der Käufer hier satte Full HD-Auflösung auf einem 5,2 Zoll-IPS-Display. 424 ppi und eine entsprechend gute Leuchtkraft von 450 cd/m2 sprechen hier für sich, die Blickwinkelstabilität ist bei unserem Testmodell auch absolut in Ordnung – so die subjektive Tester-Sicht.

Nutzer, die in Richtung Augmented respektive Virtual Reality schielen, werden aufgrund der Full HD-Auflösung und der SoC-Eckdaten sicherlich einen Bogen um das GS270 plus machen, aber die Vorgaben von Googles Daydream trifft auch nicht jedes aktuelle Flaggschiff. Reduziert man das Display auf die klassische Nutzung eines Smartphones und nimmt die eher den SoC betreffenden Themen „Spiele“ und „3D / AR / VR“ einmal beiseite, tut das Display hier schlichtweg, was es soll. Die Ausleuchtung samt automatischer Helligkeitsregelung ist für die Preisklasse toll, Display-Technik und Schärfe eine angenehme Überraschung, die für den avisierten Verkaufspreis auch nicht zwingend zu erwarten ist. Punktsieg für das GS270 plus!

VERLÄSSLICHER ENERGIESPENDER ODER STROMFRESSER? DER AKKU

Im Zeitalter der Powerbanks oder Ladevorrichtungen, wenn man im Auto unterwegs ist, mag der ein oder andere auf eine gewisse Akkugrösse verzichten können. Für mich sind mittlerweile 3300 mAh die absolute Untergrenze. Am Ende ist aber wichtig, was die Software in Sachen Spar- und Optimierungsmassnahmen mit sich bringt: Die Größenordnung sollte letztendlich auch mit meinem gewohnten Nutzungs-Szenario zu vereinbaren und dank der ein oder anderen Schnelllade-Technik (da gibt es ja mittlerweile einige) auch fix wieder aufzuladen sein.

Üblicherweise fängt ein Tag bei mir zumindest in Sachen Wecker um 05.30 Uhr an und hört gegen 23:30 auf, dazwischen ist viel Spielraum. Mehr als nur ideal für die 5000 mAh des Gigaset GS270 plus, doch der beste Akku bringt bekanntlich nichts, wenn System und Software nicht darauf abgestimmt sind. Wie es hier ausschaut? Das möchte ich mit dem  “PCMark”-Benchmark auf sozusagen digitalen Papier belegen und Euch die ein oder anderen Daten um die Ohren hauen. Diese allseits bekannte Knochenmühle bringt uns Fakten und eine genauere Übersicht in Form eines synthetischen Benchmarks. Hier sind standardmässig die folgenden und bekannten Parameter gesetzt: Manuelles Herunterregeln der Helligkeit auf 50%, Einschalten von WLAN und Bluetooth und aller Benachrichtigungen und dann: Feuer frei!

Das Ergebnis, nachdem dann PC Mark dann doch vom Leder ziehen durfte: Hut ab! War der Akku vorher vollgeladen, stand am Ende des Benchmarks noch 20% Restlaufzeit und ein Work Battery Life-Wert von 8:56 Stunden zu Buche. Die hohle und stets benutzte Phrase mit “Muss-mich-über-den-Tag-bringen” greift hier also mehr als deutlich und birgt am Tagesende auch noch entsprechende Reserven: 5000 mAh sind hier also wirklich Akku-Luxus und auch die einzelnen Stromspartechniken des Systems sind auch entsprechend Euren Bedürfnissen noch weiter konfigurierbar – 1,5 bis zwei Tage – je nach Nutzung – sollten also locker drin sein, wenn Ihr das Smartphone nicht permanent unter Volllast betreibt!

Gigaset GS270 plus PCMark

Generell gilt in Sachen Akku-Tests immer die Belehrung: Dies ist (m)ein subjektives Testszenario und meine individuelle Nutzung eines jeden Endgerätes würde sich wohl definitiv von Eurer unterscheiden. Im Alltag habe ich die Helligkeit des Gerätes normalerweise auf automatisch gestellt, WLAN und Bluetooth immer an, rufe drei E-Mail-Konten per Push ab, bin täglich in den üblichen sozialen Netzwerken- und News-Apps unterwegs und auch das ein oder andere Spiel ist mal dabei. Meißelt also nichts in Stein, denn das kann bei Euch ähnlich oder – je nach Nutzungsprofil – wie immer gänzlich anders aussehen!

Gigaset GS270 Akkuverbrauch

So oder so sorgt aber schon allein der Akku beim Gigaset GS270 plus für den gewünschten „Aha!“-Effekt! Eine oben bereits erwähnte Schnelllade-Funktion besitzt das Smartphone indes nicht, die Ladezeit über den in meinen Augen mittlerweile obsoleten Micro USB-Anschluss ist aber mit dem mitgelieferten Ladegerät dennoch erträglich: Knappe 3,5 anstatt der von Haus aus angegebenen 4 Stunden benötigte das Smartphone bis zur vollständigen Aufladung.

LAHME ENTE ODER TASCHEN-RAKETE? DIE PERFORMANCE

Der Begriff “Taschen-Rakete” dürfte beim Gigaset GS270 plus erst einmal in den Hintergrund treten – wir haben schliesslich die technischen Daten und auch den avisierten Verkaufspreis im Hinterkopf. Fokus sollte hier also eher nicht auf dem Thema Geschwindigkeit, sondern vielmehr auf der Ausdauer liegen – und hier offenbart der Antutu-Benchmark die Bestätigung für eben diese Annahme. 43610 Punkte sind eben leistungstechnisch eher bei den Einsteiger-Smartphones oder eben bei den in die Jahre gekommenen SoCs anzusiedeln:

Gigaset GS270 plus Antutu

Das tut dem Spass in der avisierten Zielgruppe aber keinen Abbruch, denn auch wenn ein MediaTek nicht zwingend dem Qualcomm Snapdragon oder Huaweis Kirin-SoC das Wasser reichen kann, erfüllt er im Gigaset GS270 plus ohne Murren seine Aufgaben und verrichtet hier fast stoisch seinen Dienst. Klar – der ein oder andere Programmstart dauert ein wenig länger als bei den aktuellen Flaggschiffen, aber wir wollen nicht vergessen, dass das Gerät hier auch nur weniger als ein Drittel dieser Geräte kostet.

Man kann am Ende also alles vergleichen, muss es aber nicht – jeder Benchmark ist halt eine grobe synthetische Momentaufnahme mit Fingerzeig in die ein oder andere Richtung. „You get what you pay for“ lautet also die Devise beim GS270 plus, was sich mangels Ressourcen im 3D-Bereich natürlich nur für aufwändige 3D-Spiele disqualifiziert.

Gigaset GS270 plus Geekbench

DIE WELT IM FOKUS: DIE KAMERA

In meinen Testberichten weise ich ja häufiger darauf hin, dass bei mir der Gesamteindruck eines Smartphones mit der Kamera steht oder fällt, während mir dieser Aspekt bei Tablets eher weniger wichtig ist. Wer sich also im sterbenden Jahr 2017 in der Riege der Eindruck hinterlassendenSmartphones behaupten möchte, muss sich an den Kameraeinheiten in den aktuellen Vorzeigemodellen der Mitbewerber messen lassen. Hier läßt das GS270 plus fast erwartungsgemäß deutlich Federn, hat es doch eher eine Schönwetterkamera im Gepäck, die im Dunkeln eher indiskutabel agiert.

Die Hauptkamera des Gigaset GS270 plus ist eher für helle Motive gemacht. Herrscht Sonnenschein gepaart mit hoher Helligkeit, dann liefert sie Fotos mit kräftigen und recht leuchtenden Farben. Der HDR-Modus gleicht dabei starke Kontraste besser und auffälliger als die herkömmliche Kamneraautomatik aus. Bei Panoramas gibt es keinen Verschnitt beim Zusammensetzen des fertigen Bildes – hier liefert die Kamera-Software mit ihrer übersichtlichen GUI gute Arbeit ab. Ein kleines Manko im Dunkeln wie im Hellen ist die Detailgenauigkeit, die bei allen Aufnahmen deutlich besser sein könnte, während die Fokussierung auch nicht immer das Gelbe vom Ei ist. Die Frontkamera für Selfie-Freunde ist okay, im Dunkeln versagen aber beide Kameras und machen das GS270 plus definitiv nicht zu einem Smartphone für Fotografiefreunde.

DAS DRUMHERUM: BETRIEBSSYSTEM UND SOFTWARE

Das GS270 plus kommt in der Ursprungsfassung mit dem aktuellen Android 7.0 Nougat und dem Sicherheitspatch vom 01. August 2017 daher, der nach dem erstmaligen Einrichten direkt heruntergeladen wurde.

Gigaset GS270 plus Update

Als Freund der Optik von Vanilla Android ist es erfreulich, dass Gigaset auf irgendwelche Hersteller-Aufsätze verzichtet und das System optisch so nah am Original wie möglich hält. Im Rahmen des Tests wurde das Smartphone zwischenzeitlich auch mit dem Oktober-Sicherheitspatch versorgt und laut dem Hersteller ist auch Oreo für das Gerät in Planung – ein genaues Datum nannte man für das große Update auf Android 8.0 allerdings nicht.

Gigaset GS270 plus Android

Begleitet wird das saubere Android durch die ein oder andere (in Summe waren es – soweit ich mich recht entsinne – sechs) Apps daher, die unter die Kategorie „Bloatware“ fallen, freundlicherweise aber problemlos zu deinstallieren sind. Auch das ist nicht selbstverständlich, koppelt der ein oder andere Hersteller ja in der Tat seine sonst tollen Geräte mit vorinstallierten Apps, die oft nur zu deaktivieren sind. Gigaset macht das hier besser und torpediert mit der gebotenen Möglichkeit nicht das saubere und schlanke – eben nicht unnötig verfremdete – Android-System.

Gigaset GS270 plus Homescreen

Während das System optisch – wie bereits erwähnt – nah am Vanilla Android gebaut ist, hat Gigaset dennoch die ein oder andere sinnvolle Erweiterung eingebaut. Auf der einen Seite ist da das WLAN-Calling, dass – sofern der Provider die Funktion unterstützt – bei schwachem Telefonsignal das eigene WLAN zum Telefonieren nutzt. Auch die bereits von anderen Herstellern bekannten smarten Gesten, mit denen man durch Zeichnen auf dem Display Aktionen wie das Öffnen der E-Mail-App erwirken kann.

Auch das Thema Sicherheit kommt nicht zu kurz: Das Smartphone kommt direkt im verschlüsselten Zustand aus der Box, zudem kann man weitere Features wie den vernünftig reagierenden Fingerabdruck-Leser oder die Smart-Lock-Funktion entsprechend fix einstellen.

Gigaset GS270 plus Sicherheit

In Zeiten immer schneller werdender Speicherkarten liefert Gigaset zudem ein Feature, was nicht mehr Standard ist: Android ermöglicht es ja seit Android 6.0, die Micro-SD-Karte als “adoptable Storage” zu nutzen. Das heisst im Klartext: Die Karte wird nicht nur für Medien, Hörbücher etc. genutzt, sondern komplett als interner Speicher eingebunden. Damit fällt die Möglichkeit weg, den Datenträger zum Austausch mit anderen Geräten zu nutzen, ermöglicht aber eben auch das Speichern der Apps darauf.

Das funktioniert beim Gigaset GS270 plus out-of-the-box, während viele andere Hersteller diese Funktion aus den verschiedensten Gründen nicht mehr anbieten. Eine davon dürfte die Diskrepanz zwischen schnellen internen Speicher und der eher langsamen Geschwindigkeit einer Speicherkarte sein, die man auch hier deutlich merkt. Die Option, diesen “adoptable Storage” zu nutzen, ist toll – sie steht und fällt aber mit Eurem genutzten Medium und selbst meine Sandisk-Karte führte schon zu recht deutlichen Verzögerungen.

Gigaset GS270 plus Adoptable Storage

Angenehm zu erwähnen – und noch längst nicht selbstverständlich – ist abschließend noch die Dual SIM-Funktionalität: Gigaset liefert bei beiden Kartenslots LTE der Kategorie 6 mit maximal 300 Mbit/s im Downstream, die Dual SIM-Funktionalität ist allerdings nur dann verfügbar, wenn Ihr keine Micro SD-Karte einsetzt (“shared Slot”).

Die Steuerung, über welche Karte Mobilfunkdaten, Anrufe oder SMS laufen sollen, ist bequem möglich und wird in der Praxis auch so punktgenau umgesetzt.

Gigaset GS270 plus Dual SIM

 

DAS BESTE (?) KOMMT ZUM SCHLUSS: DAS FAZIT

Das Gigaset GS270 plus ist ein ordentliches Smartphone zu einem vernünftigen Preis, der – für den ein oder anderen interessant – bedingt durch den typischen Preisverfall bei Android-Geräten schon jetzt deutlich unter der unverbindlichen Preisempfehlung liegt. Wer einen akku-technischen Langläufer mit Dual SIM-Funktionalität sucht und Abstriche bei der Kamera machen kann, sollte sich das Gerät einmal näher anschauen.

Die Größe ist mit 5,2 Zoll im Bereich des “sweet spots”, das in dieser Preisklasse nicht selbstverständliche Full HD-Display überrascht positiv und auch das saubere, recht aktuelle System mit immerhin deinstallierbaren Zusatz-Apps macht wirklich Spass. Ein Performance-Wunder ist das GS270 plus zwar nicht, für den Normal-Anwender reichen die über 40.000 Punkte im Antutu-Test jedoch zur flüssigen Bedienung völlig aus. Auch die Dual Band WLAN-Unterstützung ist in dieser Preisklasse keine Selbstverständlichkeit: Viele Mitbewerber funken nur im 2,4 GHz-Bereich!

Ein wenig Kritik muss man an dieser Stelle aber auch für die eher unterdurchschnittliche Kamera, die fehlende Beleuchtung bei den Navigations-Buttons und den Micro USB-Anschluss einstecken: Gerade letzterer ist mir schon seit zwei Jahren ein Dorn im Auge, mittlerweile sollte man ihn jedoch auch im Budget-Bereich endlich zu Grabe tragen. Technisch abräumen tut man jeden negativen Beigeschmack auf der anderen Seite aber mit einem Riesen-Akku, der für eine entsprechende Laufzeit sorgt sowie tollen Telefonie-Funktionen.

Schaut man nicht links und rechts des Weges, hat Gigaset mit dem GS270 plus ein “Vernunfts”-Gerät auf den Markt gebracht, dass sich trotz der Kritikpunkte in der angegebenen Preisklasse ordentlich schlägt. Gerade aber diese Preisklasse, in den Hersteller wie Honor & Co. auch erfolgreich unterwegs sind, wird die Messlatte für das GS270 plus sein: Ein Problem, das man auch mit anderen Herstellern in diesem Preissegment teilt, da gerade dieser Einsteigermarkt extrem frequentiert ist. Trotzdem ziehe ich an dieser Stelle meinen Hut vor dem GS270 plus, was in meinen Augen mehr als nur einen sympathischen Achtungserfolg – und damit auch das beworbene Volks-Smartphone – darstellt!

 

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1 Kommentar

  1. Kammerjäger on

    Hallo Olli,
    erstmal ein sehr schöner Beitrag von Dir! Wie du schon in deinem Fazit beschrieben hast, reißt das Gigaset GS270 plus keine Bäume aus. Ich denke das Smartphone wird sich nicht durchsetzen können gegen Samsung und Apple. Man muss eigentlich ja nur mal richtig hinschauen, heut zu tage kauft so gut wie jeder ein Samsung oder Apple Smartphone. Die Gesellschaft stört der hohe Preis nicht, daher wird es sich meiner Meinung nach nicht durchsetzen.

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