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Tutorial: Pico CMS in Nextcloud unter dem Apache-Webserver integrieren

In Zeitalter von CMS-Systemen sind sie rar – die simple Webseiten ohne großen Aufwand. Wenn WordPress zu viel und HTML zu kompliziert ist und man einfach schnell eine schlanke Internetpräsenz oder Webvisitenkarte benötigt, kommt Pico ins Spiel. In meinem Fall macht das auch speziell Sinn, da meine private und favorisierte Cloud-Lösung ja – DSGVO-konform – seit einiger Zeit Links für das Impressum und den Datenschutz anbietet. Diese Links zu externen Webseiten aufzubauen, macht wenig Sinn. Daher kommt hier Pico ins Spiel, um auch alles sauber und ordentlich unter der jeweiligen Domain zu hosten. Die offizielle Nextcloud-App bereitet dies prima vor – alles weitere möchte ich Euch im Folgenden kurz zeigen!

Was ist zu tun?

Die Theorie: App aus dem offiziellen Nextcloud App-Store herunterladen, aktivieren – fertig. Die Praxis: Oftmals nicht ganz so trivial, muss doch der jeweilige Webserver entsprechend vorbereitet werden. Beispiele für die Integration unter Nginx gibt es viele, aus historischen Gründen seit Ausbildungszeiten ist aber der Apache2 der Webserver meiner Wahl. Allerdings auch, weil ich mich mit Nginx einfach nicht anfreunden kann. Aber auch das sollte kein Stolperstein sein, so dass der erste Weg erst einmal über die Administration-Oberfläche und den App Store führt. Ladet die App also der Kategorie “Werkzeuge” herunter und aktiviert sie. Sie sollte dann abschliessend in der Liste der aktiven Apps zu finden sein:

Nextcloud Pico App

Unter den Einstellungen und der Kategorie “Verwaltung” gibt es nun die Option “Pico CMS”, in der wir benutzerdefinierte Themes und Vorlagen anlegen können. Der erste Schritt sollte aber die Integration in den Apache2-Webserver sein – drei Möglichkeiten bietet uns das Plugin nun an:

Nextcloud Pico Konfiguration

Apache-Anpassungen

Welche der drei Optionen Ihr nutzt, bleibt indes Euch überlassen: Ich habe mich für die dritte Option – die Verwendung von MOD_REWRITE und MOD_PROXY – entschieden. Dafür muss die jeweilige Konfigurationsdatei für Eure Nextcloud-Instanz im Apache Webserver angepasst werden. Da meine Umgebung auf einem dedizierten Host läuft, heisst meine Konfigurationsdatei “000-default-le-ssl.conf”: Nextcloud war hier halt der erste Host, den ich eingerichtet habe. Editiert also die Datei durch Aufruf im entsprechenden Editor (hier der vi) wie folgt:

Fügt dann den in Beispiel drei genannten Code ein – bei mir folgen die Zeilen direkt unterhalb der SSL-Zertifikatskonfiguration:

Den Code selbst könnt Ihr direkt aus dem Administrations-Backend – angepaßt an Eure Umgebung – 1:1 kopieren, der String “nextcloud.domain.tld” entspricht dann natürlich Eurer Nextcloud-URL.

Speichert und schliesst die Datei dann. Startet anschliessend den Apache-Webserver durch Eingabe von

neu und meldet Euch dann gerne als Benutzer an, der die Webseite hosten soll. Die Pico-Integration geschieht nämlich auf Multi-User-Basis. Das heißt, jeder Nutzer mit Zugriff auf Pico CMS kann nun eigene Webseiten definieren und diese direkt aus seiner eigenen Dateiablage synchronisieren und pflegen. Da Pico systemweit für alle Nutzer verfügbar ist, hat auch jeder die Möglichkeit der eigenen Webseitenerstellung.

Konfiguration von Pico CMS

Unter Euren persönlichen Einstellungen findet Ihr nun auch die Optionen für die Erstellung der persönlichen Webseite(n):

Nextcloud Pico neue Webseite

Gebt also den gewünschten Webseitennamen und die Adresse (also das Verzeichnis hinter https://nextcloud.domain.tld/sites/) ein. Abhängig vom Eintrag “Adresse der Seite” wird das lokale Verzeichnis dann automatisch ausgefüllt. Ist der Name der Seitenadresse also – völlig umkreativ – “website”, so wird die URL “https://nextcloud.domain.tld/sites/website” lauten. Wählt noch Eure Vorlage aus und ein Klick auf “Neue Website erstellen” führt Euch zum Ziel.

Ein Hinweis an dieser Stelle: Als Basis-Vorlage gibt es nur ein leeres Template oder die grundsätzliche Pico-Vorlage “sample_pico”. Alle weiteren Themes, Templates und Co. findet Ihr indes direkt auf der Pico-Webseite.

Nextcloud Pico Webseite

Willkommen bei Pico

Ein Aufruf der Webseite fördert dann – im vorliegenden Falle mit dem Standard-Template – eine fertige Pico-Seite zu Tage.

Nextcloud Pico Standard-Webseite

Diese können wir dann im klassischen Texteditor mit Hilfe von Markdown-Formatierungen editieren: Zusätzlich dazu finden wir den “website”-Ordner nun auch im Hauptverzeichnis des jeweiligen Nextcloud-Ordners.

Nextcloud Pico Verzeichnis

Dateipflege

Dieser wird auch entsprechend synchronisiert, der Inhalt kann dann klassisch bearbeitet werden. Eine Info, wie mit Pico zu verfahren ist, findet Ihr erstmalig auch in der Datei “index.md”. Weiterführende Dokumentationen sind dann auch auf der offiziellen Webseite zu finden. Diese sollten alle Fragen beantworten, die während der ersten Schritte mit Pico CMS und Nextcloud so auftauchen.

Nextcloud Pico Visual Studio Code

Abschliessend geht es nun noch einmal zurück in die Administrations-Oberfläche von Nextcloud: Gehen wir nun davon aus, dass Ihr Euren Disclaimer und Euer Impressum samt Datenschutz-Hinweisen über Pico gepflegt habt. Exakt diese Informationen müssen jetzt noch verlinkt werden, um das Ganze auch rund zu machen.

Nextcloud Pico Backend Theming

Hinterlegen des Disclaimers

In den Einstellungen unter “Theming” findet Ihr – hier am Beispiel einer Nextcloud 14 Beta 4-Installation – die Möglichkeit, den Link zum Impressum und zur Datenschutzerklärung zu definieren. Setzt hier die jeweilige Adresse der entsprechenden Pico-Seite ein und fertig!

Nextcloud Login Imprint

Das war auch schon grob die Integration von Pico CMS in Eure Nextcloud-Integration! Sieht man von der Anpassung der Apache-Konfigurationsdatei ab, ist das Ganze beileibe kein Hexenwerk. Und auch diese einfache, kleine Änderung sollte jemanden, der sich selbst eine Nextcloud gebaut hat, ebenfalls nicht vor nennenswerte Probleme stellen. Ich hoffe, dieses Tutorial hat Euch gefallen und wünsche Euch viel Spaß mit Nextcloud und Pico!

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