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Über den Wolken: Nextcloud baut die Dropbox für den Bund

In Zeiten, wo der Datenschutz wie die sprichwörtliche “Sau” durchs Dorf getrieben wird und dank der DS-GVO dennoch in aller Munde ist, haben wir – berechtigterweise – mehr und mehr Bedenken, wo unsere Daten liegen. Leser dieses Blogs wissen, dass ich hier mittlerweile komplett auf Nextcloud setze: Das Projekt ist mittlerweile völlig aus dem Schatten des Vorgängers ownCloud getreten und eins meiner liebsten Lösungen, wenn es um den Austausch von Dateien samt diverser anderer Features geht: Darunter fallen entweder das Verwalten von Kalendern und Kontakten, Videokonferenz-Funktionen oder eben das klassische File Sharing. Nun hat der deutsche private Cloud-Anbieter einen großen Wurf gemacht und baut quasi die Dropbox für den Bund!

OneDrive, Dropbox, Google Drive – alles Dienste, die ich seinerzeit genutzt habe und auch einfach und bequem fand: Nach und nach überlegte ich dann aber doch, wem ich meine Daten so anvertrauen möchte und wie mein Nutzungsszenario so aussieht: Daten hoch- und runterladen, Synchronisation zwischen einzelnen Endgeräten, Freigabe von Dateien – fertig. Schön und gut –  doch wer hostet diese Daten? Jeweils fremde Unternehmen auf fremden Rechnern. Also wurde die eigene, private Cloud in den heimischen vier Wänden (oder beim Provider des Vertrauens) aufgebaut und verrichtet seitdem ihren Dienst: In meinem Falle halt auf einem eigenen Server, der wiederum intern und in einem Frankfurter Rechenzentrum verschlüsselt gesichert wird. Auf deutschem Boden also.

Nextcloud Node

Den Wechsel zu Nextcloud habe ich bisher nie bereut und auch die Anbindung der Clients unter macOS, Windows, Linux, iOS und Android steht den “großen” kommerziellen Anbietern in nichts mehr nach. Was ich als Privatperson allerdings glaube und meine, ist die eine Sache. Die andere ist, wie Nextcloud auch speziell im Unternehmenssektor ankommt und hier hat das Stuttgarter Unternehmen nun einen bemerkenswerten wie verdienten Wurf gelandet. Nextcloud wird nämlich, wie man heute bekanntgegeben hat, quasi die “Bundes-Dropbox” zusammen mit dem ITZBund bauen und mal eben so über 300.000 Nutzer miteinander vernetzen.

Die nationale Nextcloud-Lösung wird vom ITZBund, dem zentralen IT-Dienstleister der Bundesverwaltung, betrieben und in der Tat rund 300.000 Nutzern zur Verfügung gestellt. Dabei setzt ITZBund auf eine Nextcloud Enterprise-Subscription, um Zugriff auf Betriebs-, Skalierungs- und Sicherheitsexpertise sowie langfristigen Support der Software zu haben. Bevor das passieren konnte, hat Nextcloud sich in einer öffentlichen Ausschreibung als File Sync- und Sharing-Lösung durchgesetzt und zeigt somit auch Flagge für die Nutzung quelloffener Lösungen auf Bundesebene, was durchaus als deutliches Zeichen verstanden werden kann. Bereits im Oktober 2016 startete man übrigens bereits zusammen mit Nextcloud ein Pilotprojekt für rund 5000 Nutzer, um die Funktionalität und Zuverlässigkeit des Dienstes zu testen.

Nextcloud Explainer

Strengste Sicherheitsanforderungen waren ein wichtiger Faktor für die Wahl von Nextcloud als Dateisynchronisations- und Freigabelösung. Ein weiteres wichtiges Anliegen war die Skalierbarkeit sowohl in Bezug auf die große Anzahl von Nutzern als auch die Erweiterbarkeit mit zusätzlichen Features, für die Nextcloud sein leistungsfähiges und bewährtes Apps-Konzept anbietet. Durch die Nextcloud Subscription wird eine reibungslose Einführung in Organisationen gewährleistet, PC’s beschleunigt und Kunden haben die Sicherheit, dass ihr unternehmenskritischer Service stets verfügbar ist. Die Nextcloud Subscription garantiert Compliance, verbessert die Sicherheit und vereinfacht die Wartung, was zu einer verbesserten Performance, Skalierbarkeit und Zuverlässigkeit führt und den Zugriff auf zusätzliche Services wie die Nextcloud Outlook-Integration, Online-Office und Consulting ermöglicht.

Das ITZBund ist der zentrale IT-Dienstleister der Bundesverwaltung und betreibt IT-Services für über eine Million Benutzer aus Verwaltung und Wirtschaft. Das ITZBund ist aus dem Zusammenschluss des Zentrum für Informationsverarbeitung und Informationstechnik (ZIVIT), der Bundesanstalt für IT-Dienstleistungen und der Bundesstelle für Informationstechnik zum 01.01.2016 entstanden. Dort beschäftigt sind ca. 2.700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Zu großenTeilen sind dies IT-Spezialisten der unterschiedlichsten Fachrichtungen, Ingenieure, sowie Netzwerk- und Sicherheitsexperten.

Nextcloud bietet Nutzern eine moderne, benutzerfreundliche und produktivitätsorientierte Lösung, die eine effiziente Online- und Mobile-Zusammenarbeit und Kommunikation ermöglicht. ITZBund stellt jetzt eine On-Premises Open-Source Lösung eines deutschen Anbieters bereit, um auch in heutigen Zeiten die vollständig Kontrolle über die eigenen Daten zu behalten.

Ein Jahr Nextcloud - Meetup

In diesem Sinne: Glückwunsch für einen sicherlich richtungsweisenden Deal, der sowohl die Vorzüge der private Cloud als auch die von quelloffener Software in den Vordergrund stellt und das selbst durch Regierungskreise bestätigt. Chapeau, Nextcloud!

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