Vier Jahre OnePlus – Happy Birthday und alles Gute!

Vier Jahre ist es nun schon her, dass eine kleine Firma namens OnePlus aus China auszog, den etablierten Herstellern das Fürchten zu lehren und ganz viel Smartphone für einen überschaubaren Preis anzubieten. Die Zeit ist regelrecht geflogen und der Titel des „Flaggschiff-Killers“ wurde zum Nimbus, der bis heute immer wieder in Vergleichen herhalten muss. Zeit, eben diese vier Jahre einmal Revue passieren zu lassen.

OnePlus OneAlles fing 2013 mit dem OnePlus One an: Der Flaggschiff-Killer war geboren, das Medien-Tamtam hätte nicht grösser sein können. Firmengründer Carl Pei war damals erst 24 Jahre alt und schaffte es mit seinem Team, durch ein Einladungs-System und diverse lustige Aktionen in den Fokus der Öffentlichkeit zu gelangen. Das OnePlus One war so schwer zu bekommen, dass in einer fragwürdigen Challenge 140.000 Leute ihre noch funktionierenden Smartphones zerstörten, um an das OnePlus One zu gelangen. „Smash the Past“ war das Motto, das Handy war bis auf das fehlende Band 20 für den Preis ein toller Schnapper und wir stellten fest, dass eine Handy-Hülle in Sandpapier-Optik mal eben eine kleine Neuheit und das genutzte Oxygen-OS so schön sauber und am Stock-Android orientiert war.

OnePlus 2Ein Jahr später drehte man die zweite Runde – erst folgte das OnePlus 2, welches ich mir seinerzeit wie auch das One besorgte und bei Kollege Caschy auch testete. Rund war das Ganze hier dennoch nicht, auch wenn man sich durchaus weiterentwickelt hatte: Das Invite-System ärgerte immer noch die Nutzer, die das Handy sofort haben wollten: Für 419 EUR samt Express-Versand aus England war es aber dann schon über einer Marke, für die zum Testzeitpunkt das LG G4 bereits zu haben war. Fehlendes NFC bei einem Flaggschiff-Killer verärgerte dann zudem auch noch, so dass am Ende trotz toller Optik gemischte Gefühle übrig blieben.

OnePlus XIm Kielwasser des OnePlus 2 folgte dann der kleine Handschmeichler OnePlus X, der dem Trend zu grösseren Smartphones trotzen wollte und ein wenig mit der Technik von gestern daherkam. 269 EUR plus Express-Versand machten in Summe 293,49 EUR und das Gerät auch nicht mehr so zu der preiswerten Alternative für die kleineren Hände. Wir erinnern uns: Fünf Zoll waren (und sind heute noch) meine Definition eines „kleinen“ Smartphones… Leider passten weder die Leistung der Kamera noch des Akkus zu dem kleinsten Flaggschiff-Killer, so dass das OnePlus X eher das Gefühl einer Konzeptstudie vermittelte.

OnePlus 3Einen richtigen Schritt machte man dann mit dem OnePlus 3, das mich schon früh für den USB Typ-C Standard begeisterte und auch die Schnelllade-Technologie DashCharge vorstellte. Preislich pendelte sich das Gerät bei 399 EUR ein und man zeigte, dass man den offensichtlichen Kinderschuhen bei OnePlus schon deutlich entwachsen war – auch das Einladungssystem wurde zu Grabe getragen. Das OnePlus 3 wirkte reifer, das OxygenOS noch näher dran am Stock Android. 6 GB RAM mit einem anfangs recht aggressiven RAM-Management sorgten bei einigen Nutzern mal wieder für Mißmut, trübten für mich aber nicht das positive Gesamtbild des Gerätes. Mein Fazit lautete seinerzeit hier und ohne Einschränkungen „Chapeau, OnePlus!“.

OnePlus 3TDann erfand OnePlus etwas neues: War man eigentlich gewohnt, jährliche Flaggschiffe präsentiert zu bekommen (was für den Standard-Nutzer eigentlich schon zu häufig ist), präsentierte man mit dem OnePlus 3T schon nach einem halben Jahr das aktuellste Modell: Der Flaggschiff-Killer wurde somit vom Flaggschiff-Killer in den Varianten mit 64 GB (439 EUR) und 128 GB (479 EUR) abgelöst und auch die Preise stiegen. Optisch eher unverändert, setzte man in Sachen Innenleben nunmehr auf den Snapdragon 821 anstatt des 820ers im Vorgänger. Die Kamera war minimal besser und sorgte für die allgemein gültige Annahme, das OnePlus 3T sei einfach „nur“ das OnePlus3 V2.0.

OnePlus 5Lange sollte es nicht dauern, dann wurde auch das OnePlus 3 T ganz im Sinne des üblichen Produktzyklus beerbt: Das OnePlus 5 brachte nicht nur ein erhöhtes Preisgefüge mit sich – 499 EUR für die 64 GB Variante und 559 EUR für die 128 GB-Version stellten für OnePlus den bisher höchsten Preis dar. In Sachen Leistung, Display, verbesserte Kamera oder Optimierung der Schnelllade-Technologie konnte man hier komplett punkten. Meiner Meinung nach ging man diesmal keine Kompromisse ein und machte den sprichwörtlichen Kreis rund. Schelte gab es für das verkehrt herum eingesetzte Display, was – leider sichtbar – per Software gedreht werden musste.

OnePlus 5TSo weit, so gut – obwohl die Fachpresse orakelte, ob nun ein OnePlus 5T erscheinen sollte oder nicht, liess die fehlende Verfügbarkeit des OnePlus 5 genau das erahnen. Und so kam es, wie es kommen musste: Das OnePlus 5T machte den Kreis einfach noch mal ein wenig runder aber auch hier gab es natürlich ein wenig Schelte, schließlich erschien das 2017er Flaggschiff „nur“ mit Android 7, ohne das längst fällige 8 „Oreo“ mit an Bord zu haben. Trotzdem drehte man auch hier an den richtigen Stellschrauben und optimierte sinnvoll. Eine modernere Optik, eine verbesserte Kamera und eine durchaus verbesserte Akkulaufzeit machen auch dieses Dual-SIM-Smartphone zu einem feinen Gerät. Kritik gab es neben der Sache mit der aktuellen Android-Version für die fehlenden Stereo-Lautsprecher und die Datenübertragung über USB 2.0, wo doch der USB Typ-C Anschluss bereits für mehr prädestiniert war. Sei’s drum!

Vier Jahre sind nun vergangen – vier Jahre, in denen OnePlus im Positiven wie im Negativen für Furore gesorgt hat. Heute noch von „Flaggschiff-Killern“ zu sprechen, ist vermessen, da oft nur Nuancen und das subjektive Gefallen zwischen der Entscheidung für den einen oder den anderen Hersteller stehen. Der Spirit, die Idee (von den Invites mal abgesehen) oder der Drang, einfach mal diesen klassischen Smartphone-Markt aufzumischen, hat nach wie vor etwas Revolutionäres. Ein wenig Silicon Valley aus Shenzhen sozusagen, gepaart mit den jüngsten Skandalen wie zum Beispiel die in Oktober 2017 erstmal bekannt gewordene Datensammelwut von OyxgenOS: OnePlus wühlt auf, OnePlus sorgt für Reibung, vor allem sorgt OnePlus aber immer wieder für Smartphones, die auch im Wust der großen Hersteller für Interesse sorgen.

Eben diesen Geist soll man sich auch in Zukunft beibehalten – und auch die nächsten Jahre weiter nach dem „Never Settle“-Motto des Unternehmens bestreiten. In diesem Sinne: Alles Gute zum vierten Geburtstag, OnePlus!

Oliver Pifferi

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