Windows 8.1: Sieg der Nostalgiker – oder: Die Rückkehr des “Start”-Buttons

Liebe Nostalgiker und Freunde des Windows-Startbuttons, Verfechter der “Starte-immer-direkt-auf-den-Desktop”-Methode – ihr habt es geschafft. Microsoft hat mit Windows 8 gewagtes Neuland beschritten und Ohrlaschen en masse kassiert. Das System – was im Gegensatz zum Windows 7-Vorgänger Vista – nicht durch Trägheit und relativ bescheidene Hardwareunterstützung, sondern eher durch seinen Fokus auf Endgeräte mit Touchscreenunterstützung auffiel, ist damit zwar nicht gescheitert, aber im Endkundensegment weit davon weg, Windows 7 abzulösen. Und ich frage mich ehrlich gesagt, warum. Hat jemand einen Sprung wie von Windows XP zu Windows 7 erwartet, quasi den Vergleich von Äpfeln mit Birnen? Windows 8 ist vielmehr die logische Weiterentwicklung des Vorgängers und wer sich bereits einmal mit Windows Phone beschäftigt hat oder Windows 8 mal mit einem Touchscreen bedienen durfte, wird die intuitive (!) Bedienung der ehemals als “Metro” bezeichneten Oberfläche durchaus schnell erlernen.

Wer das von vornerein natürlich nicht möchte, wird Microsoft natürlich verfluchen, knapp 20 Jahre nach Windows NT 3.51 bzw. 95 den Startbutton ins Abseits gestellt zu haben. Der Desktop – gut, ja – der Desktop wäre so ein Feature, dass ich – je nach Gerät – wahlweise direkt sehen wollen würde. Am Tablet nicht, denn schliesslich will ich das mit den Fingern bedienen und nicht auf 10 Zoll Bildschirmdiagonale mit dem Windows-Explorer arbeiten – am Heim-PC wäre das eine sehr interessante Option, die Microsoft mit dem im Herbst erscheinenden Windows 8.1 “Blue” nun aufgreift. Aber nochmal: Sowohl aus beruflicher als auch Heimanwendersicht und den Erfahrungen, live vom DOS- ins Windows-Zeitalter zu migrieren behaupte ich: Windows 8 war ein riskantes Unterfangen, aber nicht so schlecht wie Presse, Analysten und Aktionäre das System machen wollen. Es war ein Versuch, Windows (übrigens mit demselben Kernel auf allen Geräten) einer breiteren Masse zugänglich zu machen, ohne eine Separierung der einzelnen Betriebssystemversionen je Endgerät zu erhalten. Ein Versuch, das bewährte Windows 7 noch besser zu machen, was – im Gegensatz zum Totalausfall Vista – auch super geklappt hat. An der Art und Weise, das dem Enduser und Businesskunden zu verkaufen, sollte indes noch gearbeitet werden – aber PR war noch nie Steve Ballmers Stärke (übrigens ebensowenig wie eine Pirouette eines Elefanten im Porzellanladen).

Fakt ist aber: Auch Microsoft nimmt das Feedback der Anwender ernst und wird mit “Blue” ein schon sehr gutes System (welches auf all meinen Geräten schlichtweg performanter und gar noch verlässlicher läuft als Windows 7) noch verbessern, die einzelnen Neuerungen sind  im offiziellen Microsoft-Blogbeitrag: http://blogs.windows.com/windows/b/bloggingwindows/archive/2013/05/30/continuing-the-windows-8-vision-with-windows-8-1.aspx nachzulesen. Und bitte, liebe Anwender – lasst euch doch einfach mal auf etwas Neues ein und schaut über den Tellerrand, ohne ein selbst noch nicht genutztes und getestetes Betriebssystem direkt zu verteufeln. Und wenn ihr schon dem teils infantilen Presseshitstorm folgt, sucht euch vernünftige Argumente aus, die gegen das System sprechen. Ein Knopf mit fünf Buchstaben kann nicht der Grund sein, ein Betriebssystem als “Desaster” zu brandmarken, denn meiner Meinung nach hat der “Start”-Button nach fast 20 Jahren seine Schuldigkeit getan und kann gehen. Punkt!

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